Münsteraner Impresario und Musiker Sebastian Netta erfindet Bonsai-Bühne

Münsteraner Impresario und Musiker Sebastian Netta erfindet Bonsai-Bühne

Musik verbindet und schafft einen Rahmen, der Menschen mit sich, mit anderen und mit der Natur in Einklang bringt. Einen musikalischen Rahmen schaffen, der Menschen zueinander bringt und gleichzeitig Natur und Kultur inszeniert, das ist es, was der Münsteraner Impresario und Musiker Sebastian Netta gemeinsam mit anderen Künstlern verwirklichen möchte. Ohne viel Trubel, ohne Event und ohne Hype, an malerischen Orten des Münsterlandes.

Der richtige Rahmen: die Bonsai-Bühne
Jede Aufführung von Kunst braucht ihren Ort. Sebastian Netta hat diesen im Kleinen geschaffen: mit der Bonsai-Bühne. Drei Wände aus Holz, die eine Fläche von 9 m² einschließen, mobil und nicht angewiesen auf Storm. Flexibel und klein, um sie an den idyllischen Orten zu platzieren, bietet die Bonsai-Bühne genügend Platz, dass Musiker auf ihr spielen und verschiedene künstlerische Konzepte verwirklichen.

„Die Bonsai-Bühne bietet uns die Möglichkeit“, erklärt Sebastian Netta, der in der Musikszene international vernetzt ist, „in der reinen Natur oder an kulturellen Stätten Konzerte zu geben und eine musikalische Erzählung auszubreiten.“ Zum Beispiel eine Erzählung von jemandem, der eine neue Heimat sucht und diese über die Musik findet, die für ihn einen großen Wert besitzt. Der Wert von Musik – das ist ein Aspekt, der Netta und seine Kollegen auch abseits der Bühne beschäftigt.

Wert und Wertschätzung
„Viele Menschen begegnen der Kunst und der Musik im Speziellen mit der Frage, welcher finanzielle oder sensationelle Wert sich durch sie generieren lässt“, berichtet Sebastian Netta aus seinen Erfahrungen der letzten Jahre. „Die Frage mag aus dem Blickwinkel potentieller Ausrichter und Zuhörer durchaus legitim sein“, erklärt der Künstler weiter, „für mich jedoch muss Musik nichts verkaufen, sie besitzt einen Wert aus sich heraus“.

„Bei vielen Musikveranstaltungen geht es um das pure Event – alles muss größer, lauter und aufregender sein. Das ist okay. Ich möchte mit meiner Musik aber etwas anderes erreichen, als Sensationslust und Bierseligkeit zu bedienen“, fasst Sebastian Netta das Konzept hinter seiner Arbeit zusammen. Für ihn und seine Kollegen geht es beim Musizieren darum, sich auf etwas einzulassen, mit etwas in Verbindung zu kommen – mit der Musik, mit den Zuhörern und mit der Umgebung. Dieses Sich-auf-etwas-einlassen erhofft sich Netta auch von seinen Zuhörern.

Aus dem umtriebigen Wirken des Musikers sind unter anderem zwei Projekte entstanden, die unter dem übergeordneten Motto „Ein.Klang.Leben“ stehen: der wunderbare Klang Salon, der jeden ersten Sonntag im Monat im neben*an beim CINEMA stattfindet, und die „Wald und Wiesen“-Konzerte, bei denen Sebastian Netta mit seiner Bonsai Bühne die schönsten Ecken des Münsterlandes besucht. 

Über Stock und Stein, in Wald und Burg
Die Sonne scheint warm, im Hintergrund das leise Plätschern eines Flüsschens, zwischen alten Steinen und noch älteren Bäumen steht im Grünen – etwas versteckt wie ein Kaninchenbau aus einem Kinderbuch oder ein verwunschenes Häuschen aus einem Märchen – die Bonsai-Bühne. Leise, erst zaghaft, dann forscher umspielt Musik im Einklang mit dem Rauschen des Wassers und dem Gezwitscher der Vögel die überschaubare Gruppe von Zuhörern, die es sich auf mitgebrachten Decken, im weichen Gras und an Bäume gelehnt vor der Bühne gemütlich gemacht haben. Die Musik erzählt ihre Geschichte, malt Bilder, die eingebettet in die Vorstellungswelt der Zuhörer zwischen Sträuchern und Bäumen und alten Gemäuern erscheinen.

„Klingt idyllisch, nicht?“, beschreibt Sebastian Netta die Vision, die er mit den „Wald und Wiesen“-Konzerten verfolgt. Nachhaltigkeit leben – das geht auch über Musik. Eine Bühne aus Holz, ökologisch verträgliche Sitzgelegenheiten für ein zahlenmäßig überschaubares Publikum, das Rücksicht nimmt auf den Aufführungsort, harmonische Klänge. Auch die sind wichtig. Denn mit und über Musik kommunizieren können nicht nur wir – selbst Pflanzen reagieren sensibel auf Klänge. So bleibt das Motto „Ein.Klang.Leben“ nicht nur eine leere Worthülse.

Nachhaltigkeit
Natürliche Materialien sinnvoll zusammengeführt – die Bonsai-Bühne ist ein kleines technisches Meisterwerk, das nachhaltig von der Firma Werkhaus aus Bad Bodenteich produziert wurde. Werkhaus erhielt in den letzten Jahren wiederholt Auszeichnungen und Preise für nachhaltiges und ökologisches Arbeiten. Gefördert werden die „Wald und Wiesen“-Konzerte neben dem Programm der Regionalen Kulturpolitik (RKP), das sich zum Ziel gesetzt hat, kulturelle Aktivitäten und Angebote in den Kulturregionen Nordrhein-Westfalens zu verbessern, zudem vom Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Steinfurt. Auf diese Weise führt Sebastian Netta seine Begeisterung für Musik mit einem Bewusstsein für die Natur zusammen.

Beständigkeit
Die Konzerte auf der Bonsai Bühne sollen für Sebastian Netta keine Eintagsfliegen bleiben. „Mein Wunsch ist es“, erklärt der Musiker, „dass die Bühne und die Idee, die hinter ihr steht, mit dem Münsterland und seiner Umgebung verhaftet bleiben“. Beständig, nicht einmalig. „Lieber möchte ich fünfhundertmal vor zehn Menschen spielen als einmal vor 5000“, bringt Netta das Konzept hinter der Konzertreihe auf den Punkt. 

Das erste „Wald und Wiesen“-Konzert fand am 3. Juni auf dem Gelände der Münsterland Studios in Rinkerode bei Münster als Picknick-Konzert statt, zu dem die Musikinteressierten bei strahlendem Sonnenschein mit Decken und Verpflegungskörben erschienen. Vor einem malerischen See unter einem großen Baum boten gemeinsam mit Sebastian Netta musikalische Größen wie der ungarische Jazzsaxophonist Tony Lakatos (Frankfurt a. M.), Mike Del Ferro (Amsterdam) am Klavier sowie Uli Wentzlaff-Eggebert (Ahaus) am Kontrabass modernisierte Volkslieder und Opernmelodien dar.

Weitere Aufführungen an idyllischen Orten des Münsterlandes folgen nun:

07. Juli                        16:30 Uhr       Alter Hof Schoppmann, Am Hagenbach 11, 48301 Nottuln

08. Juli                        11:00 Uhr       Alter Hof Schoppmann, Am Hagenbach 11, 48301 Nottuln

13. Juli                        19:00 Uhr       Am Sportplatz 1, 49504 Lotte

26. Juli                        20:00 Uhr       Platz der Kulturen, Lindenplatz 1, 59423 Unna

27. Juli                        19:00 Uhr       Künstlerhof, Am Friedhof 25, 45721 Haltern am See

28. Juli                        19:00 Uhr       Künstlerhof, Am Friedhof 25, 45721 Haltern am See

10. August                   18:00 Uhr       Künstlerdorf, Feuerstiege 6, 48624 Schöppingen

11. August                   19:00 Uhr       Dahliengarten Legden, Kirchplatz 2, 48739 Legden

12. August                   12:00 Uhr       Hof Holperdorp, Hoplerdorp 12, 49536 Lienen

 

Wer sich näher über Sebastian Netta, seine Projekte und die „Wald und Wiesen“-Konzerte informieren möchte, findet dazu Gelegenheit unter: www.wuw-konzerte.de & www.netta.de sowie https://www.facebook.com/bonsaibuehne/

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