21. März 2024 / Natur & Umwelt

JA, wo fliegen sie denn?

Artenschutzzentrum des Allwetterzoos hat besenderte Vögel ausgewildert

Wollhalsstorch

Foto (ACCB, Philipp Wagner): Ein Asiatischer Wollhalsstorch, fotografiert im ACCB in Kambodscha.


Zoos übernehmen beim dringend notwendigen Schutz gefährdeter Arten eine entscheidende Rolle oder sogar Schlüsselrolle. So auch der der Allwetterzoo Münster mit seinem Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB), sein eigenes Artenschutzzentrum in Kambodscha.  

Im ACCB züchtet das Team des Allwetterzoos in Kambodscha unter anderem auch den Asiatischen Wollhalsstorch. Zudem werden dort immer wieder junge, beschlagnahmte Tiere dieser Art abgegeben. Diese werden im ACCB großgezogen und zusammen mit den eigenen Nachzuchten wieder ausgewildert.   In 2019 hat das Team des ACCB vier Tiere ausgewildert. Drei davon stammten aus Beschlagnahmungen und wurden per Hand aufgezogen. Das vierte Tier ist eine eigene Nachzucht gewesen.  

Alle Tiere sind vor der Entlassung mit GPS-Sendern ausgestattet worden. „Damit konnte das Team nachverfolgen, was die Tiere nach der Auswilderung machen“, erklärt Dr. Philipp Wagner, Leiter des Artenschutzzentrums. „Dabei wurden zwei Tiere mit der Soft-Release-Methode ausgewildert“, so der Kurator für Artenschutz im Allwetterzoo weiter. Bei der Methode leben die Tiere vor der Auswilderung in einem Eingewöhnungsgehege, das direkt im oder zumindest angrenzenden an den neuen Lebensraum gelegen ist. Nach einem in der Regel mehrmonatigen Aufenthalt in diesen Anlagen werden die „Türen“ geöffnet und die Tiere können selbst entscheiden, wann und für wie lange sie die Voliere verlassen. Die Soft-Release-Methode hilft somit für eine sanfte, längerfristige Eingewöhnung, um die Ortsbindung für die Tiere verbessern zu können und Orientierung im neuen Lebensraum zu bieten. Wagner ergänzt: „Die anderen beiden Tiere wurden mit der sogenannten Hard-Release-Methode ausgewildert. In diesem Fall werden die Tiere direkt aus dem Artenschutzzentrum in ihren neuen Lebensraum gebracht und direkt ausgewildert. Ob wie das einen Unterschied macht, wurde dann von Oktober 2019 bis Juli 2023 verfolgt und ausgewertet.“ 

Die Ergebnisse der Untersuchung flossen in eine Publikation. Die Ergebnisse: Die zwei Soft-Release-Tiere sind weiterhin am Leben und haben in 2023 auch gebrütet. Ein Tier aus dem Hard-Release wurde nach 200 Tagen tot aufgefunden. Bei dem anderen Tier hat das Team des ACCB nach 15 Monaten die Ortung verloren. Alle Tiere haben gemein, dass sie sich nach der Auswilderung nicht weit wegbewegt haben. Sie alle blieben in dem Schutzgebiet, in das sie ausgewildert worden sind.  

Meistgelesene Artikel

Neueste Artikel

Mit Stethoskop und Kamera
Allgemein

Arzt der Raphaelsklinik in Endabstimmung eines renommierten Fotowettbewerbs / Bis 29.01. kann noch für die "singende Amsel" abgestimmt werden

weiterlesen...
Wechselhafter Sonntag mit einzelnen Lichtblicken
Aus aller Welt

Stellenweise gibt es laut DWD-Vorhersage eine Pause von Regen und Wind. Doch das ändert sich zu Beginn der neuen Woche wieder.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Natur & Umwelt

Wettbewerb zur Naturbeobachtung startet in Deutschland, Österreich und der Schweiz

weiterlesen...
Gorilla-Nachwuchs im Allwetterzoo ist ein Männchen
Natur & Umwelt

Mutter Changa präsentiert Jungtier

weiterlesen...