4. August 2021 / RUMS-Brief

Der Bremer Platz von allen Seiten

Was wird aus der Drogen-, Trinker- und Obdachlosenszene?

Bremer Platz

Abbildung (Landmarken AG): So idyllisch sieht der Bremer Platz auf den Zeichnungen nach dem Umbau aus

Im Herbst soll der Rat der Stadt darüber entscheiden, wie der Bremer Platz nach dem Umbau aussehen soll. An dem Entwurf waren viele Gruppen beteiligt: Das Grünflächenamt, das Unternehmen ( die Landmarken AG), das die Gebäude hinter dem Bahnhof baut, die Anwohner:innen, die Montessori-Schule, soziale Einrichtungen wie die Drogenhilfe Indro und die städtische Drogenberatung, Polizei und Ordnungsamt und und und.

Einer der Knackpunkte in der Diskussion war die so genannte Drogen-, Trinker- und Obdachlosenszene, die sich am Bremer Platz aufhält. Man einigte sich, dass sie vor Ort bleiben soll. In einem sogenannten  Werkstattverfahren fügte man alle Interessen zu einem Entwurf zusammen. Aus der Szene war niemand dabei. Das war nicht möglich, weil diese Menschen in einer Notlage sind. Niemand war stabil genug, um an den Gesprächen teilzunehmen.

Vielleicht sieht man auch deswegen neben den spielenden Kindern und flanierenden Anwohner:innen keine Suchtkranken auf den  Zeichnungen, die sich den Bremer Platz der Zukunft ausmalen. Zugegeben, die Landmarken AG, die dieses Bild auf ihrer Website veröffentlicht hat, ist nicht für den Bremer Platz zuständig. Trotzdem ist der Kontrast zur aktuellen Situation krass: Menschen spritzen sich Heroin oder konsumieren andere Drogen, es wird gedealt, zum Teil auch angeschafft. Hinzu kommt Beschaffungskriminalität. 1.100 Fälle von Straßenkriminalität habe die Polizei zwischen 2017 und 2020 im Bahnhofsviertel gezählt, sagt Polizeisprecher Jan Schabacker. Wie viele Delikte davon Personen aus der Szene verübt haben, kann er nicht sagen.

Währenddessen rückt die Fertigstellung des Hansators immer näher. In knapp einem Jahr will man die Gebäude eröffnen und den Hauptbahnhof zu einem „vollwertigen Teil der Stadt“ machen. Nur wie soll das gehen? Es ist nicht der einzige Konflikt am Bremer Platz. An diesem Ort berühren sich so viele Gegensätze wie kaum anderswo in Münster. Und es gibt Probleme, die sich nicht lassen lassen, mit denen man einfach leben muss.

RUMS hat sich die komplizierte Situation am Bremer Platz angesehen, und zwar von allen Seiten.
Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie den RUMS-Brief mit dem Probe-Abo 30 Tage lang kostenlos.

Meistgelesene Artikel

Raus in die Natur: Riesenspielplatz im Kinderbachtal freigegeben
Allgemein

Offizielles Eröffnungsfest folgt im August

weiterlesen...
Wenn es Nacht wird im Kreuzviertel
Einkaufen in Münster

Die Kreuzvierteler Geschäftsleute laden am 10. Juni ein zu einem langen Abend

weiterlesen...
Sexueller Missbrauch im Bistum Münster: Mindestens 196 Kleriker beschuldigt
Kirche & Glauben

Forschungsteam legt Ergebnis einer Studie der Jahre 1945 bis 2020 vor

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nach Amoklauf bei US-Parade: Rätseln über Motiv
Aus aller Welt

Sie hätten nie gedacht, dass sie dort nicht sicher sind - bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag, einem Familienfest in einem der vielen Vororte der USA. Doch ein Schütze richtete ein Massaker an.

weiterlesen...
Curevac wirft Biontech Patentrechtsverletzungen vor
Aus aller Welt

Das bei der Entwicklung eines ersten Corona-Impfstoffs gescheiterte Unternehmen Curevac geht in die Offensive: Dem Konkurrenten Biontech werfen die Tübinger Patentrechtsverletzungen vor - und klagen dagegen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Das Dorf, die Feuerwehr und der Friedhof
RUMS-Brief

Die Kolumne von Michael Jung

weiterlesen...
Die Lage auf den Intensivstationen
RUMS-Brief

Gesundheitsamt im Stress

weiterlesen...