6. Oktober 2022 / Rund ums Wohnen

Neue Stadtquartiere am Kanal: Perspektivplan gibt die Richtung vor

Hohe Nutzungsvielfalt und das Element Wasser als zentrale Themen

Luftbild Kanal

Foto (Stadt Münster): Am Dortmund-Ems-Kanal sollen drei neue Stadtquartiere in den Bereichen Theodor-Scheiwe-Straße, Nieberdingstraße und Am Hawerkamp entstehen.


Ein Perspektivplan fasst die Ergebnisse des Werkstattverfahrens zur Entwicklung dreier neuer Stadtquartiere am Kanal zusammen (Theodor-Scheiwe-Straße, Nieberdingstraße/Eulerstraße, Am Hawerkamp/Stadthafen 2) und soll als Grundlage für die folgenden städtebaulichen Wettbewerbe dienen. Noch bis zum 28. Oktober kann der Plan unter www.stadt-muenster.de/mmq eingesehen und kommentiert werden. Die Anregungen fließen in das weitere Verfahren ein.

Der Perspektivplan schlägt beispielsweise neue Baufelder für ein urbanes Leben, Wohnen und Arbeiten einschließlich verbindender Grünstrukturen in den Quartieren sowie Standorte für neue Mobilitätshubs und neue Kanalbrücken zur besseren Vernetzung der Quartiere vor. Im Plan wird auch empfohlen, die Kulturszene Hawerkamp durch ein "Experimentierfeld für urbane Produktion" zu stärken.

Außerdem wird angeregt, einen Strandpark mit Badeoption am Stadthafen 2 und eine öffentliche Grünfläche an der Spitze des Stadthafen 1 einzuplanen. Vorhandene Strukturen, seien es Gebäude oder Wald- und Grünflächen, sollen Inspiration für die architektonischen und atmosphärischen Qualitäten der neuen Quartiere sein.

Entstehen sollen Quartiere mit Modellcharakter, die in puncto Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Vielfalt und Mobilität neue Maßstäbe setzen. Sie sollen bezahlbaren Wohnraum und Raum für neue Wohnformen bieten, nutzungsgemischt sowie autoarm bzw. in weiten Teilen autofrei sein. Dem öffentlichen Raum wird als Raum für Begegnung eine zentrale Rolle zugeschrieben. Ziel ist es, über eine attraktive Freiraumgestaltung die Klimaresilienz der neuen Quartiere zu stärken. Das Element Wasser soll in der Planung eine wichtige Rolle spielen und bis tief in die Quartiere hinein erlebbar gemacht werden. Vor allem aber sollen sowohl die Planung als auch die Quartiere selbst flexibel sein, um auf künftige Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt reagieren zu können.

Auf Einladung der Stadt Münster hatte das beauftragte Büro "Faltin+Sattler" (Düsseldorf) den Perspektivplan Ende September bei einer öffentlichen Veranstaltung vor rund 150 Interessierten im Jovel vorgestellt. Die Präsentation bildete den Abschluss des Werkstattverfahrens, in dem Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Anfang September vielfältige und auch konkrete Ideen für die Quartiere entwickelt hatten. Im Rahmen der Veranstaltung im Jovel informierte eine Ausstellung über die Ergebnisse dieser Werkstattarbeit, unter anderem waren die Modelle der vier Werkstatt-Teams zu sehen. Der Abend endete mit einem Vortrag des Hamburger Oberbaudirektors Franz-Josef Höing, der seine Erfahrungen mit der Entwicklung von Quartieren am Wasser mit dem Publikum teilte.

In den letzten Wochen ist dank analoger und digitaler Beteiligung ein großer Speicher an lokalem Wissen und innovativen Ideen entstanden, der eine Bereicherung für die nächsten Schritte im Planungsprozess darstellt. Auch im Rahmen der zeitnah nachfolgenden städtebaulichen Wettbewerbe soll der intensive Dialog mit der Stadtgesellschaft fortgeführt werden, um gemeinsam an überzeugenden Lösungen für zukunftsfähige Quartiere zu arbeiten.

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