4. Mai 2020 / Wirtschaft & Finanzen

Liefergrün.com – Ein Münsteraner Startup für Nachhaltigkeit

Plastikfreier Einkauf per Lastenrad nach Hause geliefert

Liefergrün

 „Wir wollen das nachhaltige Leben alltäglicher machen“. So lautet die Vision des vor kurzem gegründeten Startups aus Münster, das Lebensmittel, Haushaltsmittel wie Wasch- und Reinigungsmittel und Kosmetikprodukte nur noch ohne Plastik per Lastenrad zum Kunden nach Hause liefert. Doch wie kam das junge Startup auf die Idee, einen nachhaltigen Online-Supermarkt zu gründen? Und wie funktioniert Liefergrün.com? Ein Blick hinter die Kulissen:

„Naja, wenn man sich dazu entschließt, nachhaltiger leben zu wollen, bringt das so einige Probleme mit sich - Probleme, die nicht jeder auf sich nehmen will und kann!“, erklärt Niklas Tauch, einer der Gründer. So werden in Supermärkten die meisten Produkte in Einwegverpackungen aus Plastik verpackt, die „absolut unnötig und vermeidbar sind“. Auch nachhaltige Produkte aus biologischem Anbau sind dort noch weit hinter nachhaltigeren Alternativen unterwegs. „Das wollen wir ändern!“, sagt Robin Wingenbach, der für die Lieferkette verantwortlich ist.

Abhilfe schaffen schon seit längerem Unverpacktläden, die dem Plastikmüll den Kampf angesagt haben. Dort können sich Kunden ihre gewünschten Produkte in selbst mitgebrachte Behälter abfüllen, die jeweils vorher und nachher (dann mit den Produkten) gewogen werden. So wird der Preis anschließend an der Kasse ermittelt. „Doch nicht jeder hat die Zeit, um einen solchen Einkauf zu planen und durchzuführen“, sagt Max Schleper, der sich um die IT bei dem jungen Team kümmert. Dort setzt Liefergrün an. Bei Liefergrün.com sucht der Kunde sich seine Produkte aus, die am nächsten Werktag mit dem Lastenrad nach Hause geliefert werden. Dabei werden die Produkte in Pfandbehältern abgefüllt. Diese werden nach dem Verzehr oder bei der nächsten Bestellung wieder von den „Liefergrün-Radlern“ abgeholt, mitgenommen und verrechnet. Alles getreu dem Prinzip: So wenig Müll wie möglich, komplett ohne Plastik und umweltschonend in der Lieferung.

Das Sortiment umfasst mittlerweile mehr als 150 Produkte aus dem örtlichen Unverpacktladen „Natürlich Unverpackt“ an der Warendorfer Straße 63. Wichtig ist dem Startup, mit bereits existierenden Unverpacktläden zu kooperieren, um nicht in einen Konkurrenzkampf zu enden. „Das Prinzip der Nachhaltigkeit baut auf Kooperation und Solidarität auf. Prinzipien, die gerade in der aktuellen Phase sehr wichtig sind“, erklärt Niklas Tauch.

Und was kommt als nächstes? „Aktuell sind wir dabei, Möglichkeiten zu finden, die Preise weiter zu reduzieren, da sich noch nicht jeder den Einkauf bei uns leisten kann. Diese Preise sind allerdings gerade notwendig, um das Geschäft tragen zu können. Profite gibt es noch keine, denn alles wird reinvestiert. Aktuell zum Beispiel versuchen wir, die Kühlkette zu implementieren für Milch- und Käseprodukte“.

Es bleibt also spannend um das junge Startup aus Münster.

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