9. Juni 2022 / Politik

Stadt löst Ukraine-Krisenstab auf

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer bilanziert drei Monate Arbeit für Geflüchtete

Ukrainehilfe

Fotos (Amt für Kommunikation, Stadt Münster): Nach rund drei Monaten schließt der  Krisenstab „Ukraine“ unter der  Leitung von Wolfgang Heuer (hintere  Reihe, Mitte) seine Arbeit ab.


In den drei Monaten seit Ausbruch des Ukraine-Krieges hat der Krisenstab der Stadt Münster den Aufbau von über 2000 städtischen Unterkunftsplätzen organisiert. "In einer Stadt wie Münster, wo der Wohnraum besonders knapp ist, war das die größte Herausforderung für den Krisenstab", so dessen Leiter Wolfgang Heuer. Hinzu kommen mehr als 1.300 private Unterkunftsplätze, die von den Bürgerinnen und Bürgern in Münster bereitgestellt worden sind. Am heutigen Mittwoch (8. Juni) hat der Ukraine-Krisenstab zum 19. und vorerst letzten Mal getagt.


Die Bürgerschaft in Münster nahm von Anfang  an Anteil an der ukrainischen Bevölkerung – wie  hier mit Kerzen und Solidaritätserklärungen, die auf der Rathaustreppe  abgelegt wurden.

Wolfgang Heuer: "Die Arbeit für die Geflüchteten ist damit natürlich nicht beendet. Aber nachdem der Krisenstab die wesentlichen Weichen gestellt und alle notwendigen Verfahren auf den Weg gebracht hat, können wir die weiteren Aufgaben jetzt an die üblichen Zuständigkeiten in der Verwaltung übergeben." Heuer nutzte die letzte Krisenstabssitzung für einen Dank an die Mitglieder, zu denen Vertreter verschiedener städtischer Ämter und der lokalen Hilfsorganisationen gehört haben. "Mein besonderer Dank gilt der münsterschen Bürgerschaft, die auch in dieser Krise große Solidarität gezeigt und die Arbeit des Krisenstabes mit einer überwältigenden Hilfsbereitschaft unterstützt." Dazu gehören auch Spenden hiesiger Einrichtungen und Unternehmen für die von der Stadtverwaltung durchgeführten Großtransporte mit ca. 80 Tonnen Hilfsgüter, die schon am 4. März zum ersten Mal von Münster gen Lublin gestartet sind.

Bis heute sind rund 2700 Ukrainerinnen und Ukrainer nach Münster geflüchtet, der weitaus größte Teil davon sind Frauen und Minderjährige. Für wehrpflichtige ukrainische Männer gilt in der Ukraine ein weitgehendes Ausreiseverbot. Vor besondere Herausforderungen stellt die Ukraine-Krise auch die städtische Sozialverwaltung, die – oftmals mithilfe von Dolmetschenden – die rechtlichen Hilfsansprüche der Geflüchteten sicherstellen.

Schon am 27. Februar, also nur drei Tage nach Ausbruch des Krieges, hatte Oberbürgermeister Markus Lewe den Krisenstab einberufen, der am Folgetag zum ersten Mal zusammenkam. Die ersten 24 Ukrainer trafen am 2. März in Münster ein. Am gleichen Tag waren auf den städtischen Webseiten die wichtigsten Informationen für Geflüchtete und Helfende zunächst in deutscher, dann auch in ukrainischer Sprache aufbereitet und eine städtische Hotline nahm ihre Arbeit auf. Am 7. März zählten die städtischen Unterkünfte bereits 350 ukrainische Geflüchtete. "Die Dramatik der ersten Tage deutete auf einen immensen Zustrom hin, für den der Krisenstab schnell Lösungen finden musste", erinnert sich Heuer. Im weiteren Verlauf zeigte sich aber, dass das Gros der ukrainischen Flüchtlinge im ukrainischen Nachbarland Polen auf bessere Zeiten warten wollte. In Münster bewährte sich die Oxford-Kaserne als Erstaufnahmeeinrichtung, kurzfristig mussten jedoch auch drei große Sporthallen zu Notunterkünften hergerichtet werden. Später wurde unter anderem die Blücher-Kaserne zum Unterbringungsschwerpunkt. Am 6. April reisten die ukrainische Generalkonsulin  und der polnische Generalkonsul nach Münster, um der Stadt im Rahmen einer Ratssitzung mit bewegenden Ansprachen für die Unterstützung zu danken. 

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