17. Dezember 2021 / Sport

Aktuelle Machbarkeitsstudie für das Stadion an der Hammer Straße

Ratsbeschluss über Baumodule und deren Finanzierung soll im Sommer 2022 erfolgen

Stadion

So könnte es im Preußenstadion künftig aussehen: Blick von der bestehenden Haupttribüne (Rendering: Drees & Sommer SE)


Eine aktualisierte Machbarkeitsstudie zeigt, in welchem Umfang, welchem Zeitrahmen und zu welchen Kosten das Stadion an der Hammer Straße ausgebaut und saniert werden kann. Das auf Bau und Immobilien spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart hat die Studie angefertigt. Die Fortschreibung konkretisiert die erste Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Albert Speer & Partner (Frankfurt). Vertreter von Drees & Sommer und deren Kooperationspartner CSIGHT stellen die Überarbeitung zur Stunde allen vor, die an deren Entstehung beteiligt waren. Während die erste Studie mehrere Ausbauvarianten darstellte, widmet sich deren Fortschreibung der Version des künftigen Stadions, für die sich der Rat im Mai 2020 ausgesprochen hatte.


Blick von der neuen Westtribüne in Richtung der neuen Nordtribüne. Nutzerinnen und Nutzer von Rollstuhlstühlen sitzen künftig in der ersten Reihe (Rendering: Drees & Sommer SE)

Grundlage der Planung ist die Ausbauvariante inklusive Business-Bereich und Logen sowie optionalen Eckgebäuden im Südwesten und Südosten für verschiedene sportbezogene Nutzungen. "Welche dieser Module unter welchen Rahmenbedingungen realisiert werden können, soll dem Rat im Sommer 2022 zur Entscheidung vorgelegt werden", kündigte Stadtdirektor Thomas Paal an. 40 Millionen Euro stehen für den Ausbau des Stadions im Haushalt bereit – Fördersummen und weitere Mittel von Investoren, vom SC Preußen Münster selbst oder von künftigen Betreibern sollen hinzukommen.


Blick von der neuen Heimkurve des SCP mit knapp 8800 Stehplätzen in Richtung der neuen Nord-Tribüne. (Rendering: Drees & Sommer SE)

Schon im Februar 2021 hatte der Rat beschlossen, Planung und Bau aus einer Hand liefern zu lassen. Über eine detaillierte Ausschreibung soll also ein Totalunternehmer (TU) gefunden werden, der mit möglichst hoher Termin- und Kostensicherheit das Stadion bedarfsgerecht ausbaut. Wo genau die Bedarfe liegen, haben die Berater des Büros Drees & Sommer in Workshops mit vielen Beteiligten herausgearbeitet: Sicherheitsbehörden und Vertreter weiterer Ämter der Stadtverwaltung, Fans und regelmäßige Stadionbesucher, die Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung, die Führungsebene des SC Preußen Münster und Dienstleister des Vereins waren eingeladen. Abgestimmt wurden Anforderungen von DFL und DFB, Digitalisierung, Möglichkeiten der Vermarktung, Sicherheit, die Organisation der Spieltage, Inklusion und Familienfreundlichkeit, Belange der Fans und ergänzende Nutzungen. Zum Beispiel könnten neben Büros und Funktionsräumen des SCP auch eine Sport-Kita Platz finden im künftigen Stadion. Projektleiterin Dr. Christina Cappenberg bedankte sich bei allen Mitwirkenden für den konstruktiven Austausch in den Workshops: "Damit haben wir eine belastbare Grundlage für einen bedarfsgerechten Stadionausbau geschaffen."


Auch Aspekte der Inklusion wurden für die neue Machbarkeitsstudie zum Umbau des Stadions an der Hammer Straße in einem Workshop besprochen. Foto: Stadt Münster.

Die Berater haben ein Raum- und Funktionsprogramm aufgestellt. Im Gegensatz zur ersten Studie verschiebt sich der Gästebereich in den südlichen Bereich der neuen Westtribüne. So kann der Haupteingang an der Hammer Straße zum zentralen Zugang für Heimfans werden, da deren Bereiche allesamt von dort aus zugänglich sind. Um den Anforderungen von DFL und DFB gerecht zu werden, sind kleinere Umbauten an der Haupttribüne im Süden notwendig. Das aktualisierte Tribünenkonzept bietet ausreichend Platz für die nach Sonderbauverordnung NRW geforderten knapp 200 Rollstuhlfahrerpositionen, die zudem multifunktional auch für andere Inklusionsbedarfe genutzt werden können. Insgesamt könnte das Stadion nach aktuellem Stand Raum für bis zu knapp 19400 Zuschauer bieten.


Gemeinsam mit Fanvertretern wurden verschiedene Elemente für die neue Machbarkeitsstudie zum Umbau des Stadions an der Hammer Straße in einem Workshop diskutiert. Foto: Stadt Münster

Nachhaltigkeitsaspekte werden nun ebenfalls konkretisiert: Eine erste Potenzialanalyse für eine Photovoltaik-Anlage auf den Dachflächen wurde durchgeführt. Die Stadtwerke wollen die Strom-, Wärme- und Wasserversorgung effizient und ressourcensparend ermöglichen. Das Klima schonen soll auch eine Mobilstation – in dieser Hinsicht könnte die Zahl der tatsächlich notwendigen Stellplätze für Autos gesenkt werden.
Laut Verwaltungsvorschlag gilt für alle Baumodule, dass höhere Investitionskosten in Kauf genommen werden könnten, wenn sie eine dauerhafte Betriebskostensenkung bewirken. Für die Realisierung mehrerer Module – zum Beispiel die Mobilstation, das optionale Eckgebäude im Südwesten oder die Sport-Kita – bietet es sich an, auf Drittmittel zu setzen.

Der Zeitplan für den Ausbau des Stadions erstreckt sich von 2022 bis 2027: Schon im kommenden Jahr sollen als vorgezogene Maßnahme zwei zusätzliche Spielfelder entstehen – grünes Licht gab es in der Ratssitzung am Mittwoch, 15. Dezember. Der Rückbau der Westtribüne soll in der Spielpause 2022 laufen. Parallel wird die TU-Ausschreibung vorbereitet. Wichtigster Baustein dafür ist die Ratsentscheidung im kommenden Sommer über die zu realisierenden Baumodule und alle Komponenten der Finanzierung. Ist ein Totalunternehmer gefunden, werden sämtliche bauliche Umsetzungen bei laufendem Sportbetrieb stattfinden. Immer müssen dabei eine hinreichende Zuschauerkapazität und eine funktionierende Spieltagslogistik gewährleistet werden. Unter diesen Rahmenbedingungen könnte nach aktuellem Stand der Ausbau des Stadions an der Hammer Straße im Sommer 2027 abgeschlossen sein.

Auch der SC Preußen Münster zieht nach der Präsentation ein positives Fazit: "Die erweiterte Machbarkeitsstudie zeigt nun eine realistische und greifbare Perspektive auf, was hier an der Hammer Straße unter Einbeziehung vieler verschiedener Interessengruppen entstehen kann und worauf sich alle, die es mit dem SC Preußen Münster halten, freuen können. Auch die Entscheidung, den weiteren Planungs- und Bauprozess einer Vorratsgesellschaft der Stadtwerke Münster zu übertragen, begrüßen wir sehr. Wir freuen uns auf die weitere konstruktive und ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit allen Beteiligten", so Präsident Christoph Strässer.

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