22. Oktober 2020 / Kultur

Der Ordner - Der Film

Uraufführung im Cinema/Münster

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Walter Pohl hatte Familie.
Walter Pohl war Opa.
Walter Pohl war ein Liebhaber von Wilhelm Busch.
Walter Pohl hat für seine Enkel mit den Ohren gewackelt.
Walter Pohl war SS-Obersturmführer.
Walter Pohl war Kommandoführer des Einsatzkommando 6 in Schachty.
Walter Pohl wurde wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.
Walter Pohl wurde freigesprochen.

Stephanie Borgert bekommt von ihrer Großmutter einen Ordner mit Prozessunterlagen ihres Großvaters in die Hand mit den Worten: "Mach damit nach meinem Tod, was Du willst“. Auf Grundlage des Originaldokuments ist ein Theaterstück entstanden. Stephanie trifft darin auf den sehr lebendigen „Geist“ ihres Großvaters und stellt ihm die Fragen, die uns allen unter den Nägeln brennen.

Als Kriegsenkel stellen wir uns der nicht ganz leichten Aufgabe nicht zu vergessen und unsere vermeintlich private Geschichte zur Allgemeinen zu machen. Wir alle sind Teil dieser Geschichte, ob wir wollen oder nicht. Und es ist alles andere als ein „Vogelschiss“ und nichts ist nur schwarz oder weiß.

Nachdem das Stück während 24 Stunden Münster, dem theaterübergreifenden Stadtprojekt und Geburtsstunde des Stadtensembles, in Kooperation des Theater Münster, des Wolfgang Borchert Theaters, des Kammertheaters der kleine Bühnenboden, des Boulevardtheaters und des Pumpenhauses, ebenfalls unter der Leitung des Labels
FreiFrau, im Herbst 2018 erfolgreich durch alle Theater gewandert ist und seitdem weiterhin angefragt wurde und vor allem für Bildungseinrichtungen und Lehrveranstaltungen von besonderem Interesse war, wie zum Beispiel für die Schülerakademie im Franz Hitze Haus, die Deutsche Hochschule der Polizei ist nun ein eigenständiges Filmprojekt entstanden.

Der Film versucht über die „Landschaft“ der Gesichter in Close ups, sowohl einen intimen Seeleneinblick in die handelnden Personen zu gewährleisten, als auch Blickkontakt zu jeder/jedem einzelnen Zuschauer*in herzustellen und ihn/sie somit direkt anzusprechen, einzubeziehen. Das Publikum wird auf diese Weise zum Mitwirkenden, Betroffenen und Dialogpartner. Die im Stück verhandelte Thematik, die sich perpetuierende Schuld- und Verantwortungsfrage, wird somit an den/die Betrachter*in noch intensiver, als auf der Theaterbühne vermittelt und zwingt zur Stellungnahme.

Filmpremiere im Cinema/Münster am 25.10. und 22.11.2020, 11 Uhr

Im Anschluss besteht jeweils die Möglichkeit zu einem Nachgespräch mit Stephanie Borgert, Carola v. Seckendorff, Dr. Wolfgang Schulte, Dozent im Fachgebiet Allgemeine Polizeiwissenschaft an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster und Leiter der Forschungsstelle Polizeigeschichte und Matias Ristic, Doktorand im Institut für Straf- und Prozessrecht, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Universität zu Köln.

Regie und Drehbuch: Carola v. Seckendorff
Spiel: Hannes Demming, Cornelia Kupferschmid, Stephanie Borgert
Stimmen: Paul Maximilian Schulze, Gerhard Mohr, Wilhelm Schlotterer
Kamera und Montage: Jens Krause

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