17. Januar 2019 / Fit & Gesund

Mit der Klangwiege schwerkranken Kindern helfen

Mit der Klangwiege schwerkranken Kindern helfen

Mit der Klangwiege schwerkranken Kindern helfen

Foto (Michael Bührke): Chefarzt Dr. Otfried Debus (r.) und die Musiktherapeutin Verena Lodde (m.) freuen sich über die neue Klangwiege, die von Dr. Winfried Schmidt (l.) gespendet wurde


Wenn Vivien Schürmann in der neuen Klangwiege des Clemenshospitals liegt und die Musiktherapeutin Verena Lodde die Saiten dieses außergewöhnlichen Therapiegerätes anschlägt, ist sie ganz entspannt. „Die Schwingungen gehen durch den ganzen Körper“, berichtet die Patientin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin begeistert. „Die Musik bietet oftmals den besten Zugang zu unseren kleinen, schwerstkranken Patienten. Selbst wenn die Kinder nicht bei Bewusstsein sind, dringt die Musik zu ihnen durch“, freut sich Chefarzt Dr. Otfried Debus über die Neuanschaffung.

Möglich war diese nur durch die Spende des Tierarztes Dr. Winfried Schmidt, Geschäftsführer der Firma VetVital, die Krankenkassen finanzieren die Musiktherapie trotz ihrer nachweislichen Erfolge nicht. „Die akustischen Reize der Klangwiege gehen ganz intensiv auf die Patienten über“, erklärt Lodde, während sie wie bei einer Harfe über die Saiten der Klangwiege streicht und ein sonorer, tiefer Ton den gesamten Raum erfüllt. Da jeder Mensch anders auf Musik und sonstige akustische Reize reagiert, muss Verena Lodde sehr sensibel darauf achten, wie die Reaktionen der Patienten sind. „In der Phase, wenn sie aus einem Koma erwachen, sind Kinder oft sehr angespannt, zum Beispiel bei der Krankengymnastik. Hier kann die Musiktherapie ungeheuer entspannend sein und so auch die Physiotherapie sehr wirksam unterstützen“, berichtet Debus.

Die Klangwiege, die fast 5.000 Euro kostet, kann sehr unterschiedlich eingesetzt werden. Während Vivien wie in einer halben Röhre liegt, kann das Gerät auch zum Tunnel umfunktioniert werden, in dem die Patienten liegen. In aufrechter Position kann der Patient in dem Instrument stehen oder auf einem Stuhl sitzen. „Wir können die Klangwiege sogar in das Bett legen, so dass der Patient das Bett nicht zu verlassen braucht“, beschreibt Lodde einen weiteren Vorteil dieses Therapiegerätes.

„Dieses Gerät ist ein neuer Ansatz bei der Behandlung der Patienten, der auch nichts mit Esoterik zu tun hat. Wer weiß, wo die Medizin in 10 oder 20 Jahren ist“, freut sich Dr. Winfried Schmidt gemeinsam mit Verena Lodde und Dr. Otfried Debus über die neuen Möglichkeiten, die die Klangwiege bei der Therapie der Kinder der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals zukünftig bietet.

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