22. April 2023 / Natur & Umwelt

Gemeinsamer Appell zum heutigen "Earth Day": Umwelt für Mensch und Tier erhalten

Zoos spielen eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung für den Umwelt- und Naturschutz

Kattas

Foto (Allwetterzoo Münster: Die Kattas fühlen sich sichtlich wohl im Allwetterzoo Münster


Die Vereinten Nationen (UN) feiern am Samstag, 22. April 2023, den Tag der Erde (Earth Day) und erinnern daran, wie wichtig es ist, unseren Planeten zu schützen. Diese Aufgabe liegt in den Händen aller und muss aktiv im Alltag umgesetzt werden. Zoos spielen eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung für den Umwelt- und Naturschutz. Die modernen Zoos des Verbands der Zoologischen Gärten (e.V.), zu denen auch der Allwetterzoo Münster gehört, setzen sich aktiv für den Erhalt bedrohter Arten und deren Lebensräumen ein. VdZ-Zoos allein zählen jährlich mehr als 40 Millionen Besuchende. Formale und informelle Bildung durch einmalige Tiererlebnisse und spezielle Angebote wie z.B. Führungen auch hinter die Kulissen und pädagogisch begleitete Kindergeburtstage, sind auch in Münsters Zoo fester Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Außerdem ist der Allwetterzoo unter anderem Mitglied im BNE-Netzwerk Münster sowie aktives Mitglied im Netzwerk „Haus der kleinen Forscher“.  
 
„Klar. Bei uns steht das tierische Erlebnis im Fokus. Aber es gibt noch viel mehr“, weiß die pädagogische Leiterin Dr. Nicole Kirmse zu berichten. „Um was es sich da im Detail handelt, gibt es auf den Themenführungen zu erfahren, die mehr als die tierischen Bewohner in den Fokus rücken.“ So gibt es eine Führung, die sich nur mit dem Thema Artenschutz auseinandersetzt. Eine andere thematisiert den Klimawandel und die Folgen für die Tierwelt. Zudem gibt es noch eine spezielle BNE-Führung sowie die Führung „Unterwegs auf dem Klimapfad“, bei der die regenerativen Ansätze der Energiegewinnung im Allwetterzoo gezeigt und erklärt werden. Der Aspekt der Nachhaltigkeit steht bereits seit den 90er Jahren ganz oben auf der Agenda des Allwetterzoos und ist insbesondere in der Technik fest verankert. „Wir erfüllen schon heute die Klimaziele der Stadt Münster für 2030. Ein weiterer Meilenstein wird hier die neue tropische Meranti-Halle sein. Ihr technisch innovativer Bau setzt ganz neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit: Sowohl die Wärmeversorgung, die durch Geothermie und Photovoltaik erfolgt und über eine Betonkernaktivierung sichergestellt wird als auch das Wassermanagement, das über eine Regenwasserrückgewinnung und -aufbereitung erfolgt, sind europaweit in der Weise einzigartig, erklärt Zoodirektorin Dr. Simone Schehka. „Diese Technik ermöglicht es uns, die Halle nachhaltig und mit minimalem Energieaufwand und entsprechend sehr geringen Emissionen zu betreiben.“ 
 
Das Engagement beschränkt sich aber nicht allein auf den für Besucher einsehbaren Bereich. So gibt es in Münster das IZS, das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz, das aus einer privaten Initiative im Jahr 2003 begründet wurde. Hier handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem Allwetterzoo Münster und der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP). Die Ziele des Projektes haben sich seit der Gründung nicht geändert: Die Erhaltungszucht der akut von der Ausrottung bedrohten asiatischen Schildkröten sowie die Schaffung von Aufmerksamkeiten für die Bedrohung von Schildkröten. Und obwohl immer noch Perspektiven für Wiederauswilderungsprogramme fehlen, hat das IZS mindestens eine Art vor dem Aussterben gerettet. Besuchen und begutachten lässt sich die Einrichtung aber nur nach vorheriger Anmeldung. 
 
Der Allwetterzoo Münster ist mit seinem Engagement aber nicht allein unterwegs. „Die Zoos im VdZ zählen zu den besucherstärksten außerschulischen Bildungsorten im grünen Bereich. Verschiedene Studien zeigen, dass Zoobesuche einen positiven Einfluss auf das Wissen über Biodiversität haben und dass dieser Einfluss auch langfristig bestehen bleiben kann“, erklärt Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer. „Natürlich gibt es viele Faktoren, die das Engagement für Naturschutz beeinflussen und ein einzelner Zoobesuch reicht sicher nicht aus, um dieses Engagement zu fördern. Naturschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Denn nur gemeinsam, kann es uns jetzt noch gelingen, die Erde, so wie wir sie kennen, zu erhalten.“  
 
Lebensräume und Arten verschwinden durch die von Menschen gemachten Veränderungen wie Abholzung, intensive Landwirtschaft, Klimawandel und Übernutzung. Daher setzen die Vereinten Nationen (UN) mit dem Aktionstag ein Zeichen für intakte Ökosysteme. Im Alltag können schon kleine Verhaltensänderungen einen Unterschied machen, so wie Kleidung Second Hand zu kaufen. Der Anbau von Baumwolle benötigt viel Wasser und Fläche. Die Reihe von Produkten, die den Lebensraum von Tieren schrumpfen lassen und damit eine Bedrohung für viele Tierarten sind, lässt sich weiter fortsetzen. Darüber hinaus bedrohen zum Beispiel Pestizide, die bei der Herstellung eingesetzt werden, auch die Gesundheit der Menschen. Es gilt daher, selbst verantwortungsvolles Handeln an den Tag zu legen und von Unternehmen einzufordern.

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