11. September 2021 / Kunst & Kultur

Foucaultsches Pendel schwingt bald wieder in der Dominikanerkirche

Tag des offenen Denkmals: Einblick unter Baustellenbedingungen

Dominikanerkirche

Foto (Amt für Kommunikation, Stadt Münster): Frisch saniert und seit Donnerstag enthüllt ist der Barockaltar der Dominikanerkirche in der Salzstraße. Die Arbeiten in der zum Veranstaltungssaal umgebauten Kirche gehen nun in die Endphase. 


Seit Anfang 2020 ist die Dominikanerkirche an der Salzstraße wegen der umfangreichen Innensanierung geschlossen. Nun kommen die Bauarbeiten zum Ende, voraussichtlich noch im Herbst 2021 werden die profanierte und zum Veranstaltungssaal umgebaute Kirche fertiggestellt und Gerhard Richters Kunstwerk "Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel" komplett installiert sein.

Einen kleinen Einblick gewährt an diesem Sonntag, 12. September, bereits der "Tag des Offenen Denkmals". Dann findet die Führung durch die Dominikanerkirche (14 Uhr) aber noch unter Baustellenbedingungen statt. Hauptaugenmerk liegt auf dem baulichen Wandel. Zu sehen ist auch der frisch sanierte Barockaltar, der am Donnerstag per Hubsteiger von seiner Staubschutzhülle befreit wurde. Andere Bereiche der Kirche werden am Denkmaltag noch abgesperrt sein.

Arbeiten weitestgehend abgeschlossen
Immer wieder hatte sich der Bauzeitenplan in und um das Baudenkmal aus dem Frühbarock verzögert, aber nun sind die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen. Restarbeiten werden zurzeit noch durchgeführt: Zum Beispiel fehlen noch einige Türdrücker, der Windfang wird noch einmal gestrichen.

Ende dieses Monats werden Lautsprecher für die Elektroakustik geliefert – und dann wird getestet, wie das Hörerlebnis in der sanierten Kirche ausfällt. Orchester des Theaters Münster und der Westfälischen Schule für Musik werden in der Kirche proben, Fachleute der RWTH Aachen werden vor Ort sein, um den realen Klang mit den Berechnungen abzugleichen. Vertreter von Theater und Musikschule waren bereits vor einigen Tagen in der Kirche und begeistert von der Akustik.

Foucaultsches Pendel wird bald installiert
Aktuell laufen Sachverständigenprüfungen für Aufzüge und Sicherheitsbeleuchtung, Wasserproben werden entnommen und überprüft. Die Küche im neu geschaffenen Cateringbereich ist aufgebaut.

Voraussichtlich in der kommenden Woche kehrt auch das Herzstück der Installation von Gerhard Richter in die Dominikanerkirche zurück – das Foucaultsche Pendel, das an einem 20 Meter langen Seil hoch oben in der Vierungskuppel angebracht und über der Bodenplatte aus Grauwacke schwingen wird. Unter dem Mittelpunkt der Platte befindet sich eine Magnetspule als Antrieb. Physiker der Westfälischen Wilhelms-Universität haben diesen Motor entwickelt und nehmen ihn nun wieder in Betrieb. Etwa eine Woche wird es danach dauern, bis sich die Metallkugel eingependelt hat. Läuft das Pendel nach Plan, beträgt die Drehung pro Stunde rund zwölf Grad. Eine volle Umdrehung um 360 Grad, die einem Sternentag entspricht, dauert in Münster 30 Stunden. Die Dauer der Drehung hängt von der Lage des Ortes auf der Erde ab. Bei einer Beleuchtungsprobe wird dann noch getestet, wie das Licht aus der Kuppel auf das Kunstwerk fällt.

Ausstellungsbetrieb ab November geplant
Der Wiederbeginn des Ausstellungsbetriebs ist für den November geplant. Von der Übergabe im Juni 2018 bis zur Schließung der Dominikanerkirche wegen der Sanierung ab 2020 war "Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel" ein echter Magnet für Besucherinnen und Besucher: Rund 380 000 Gäste besuchten in dieser Zeit Kirche und Kunstwerk.

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