7. Juli 2023 / Natur & Umwelt

Aufruf für Bioblitz 2023 - Ich glaub ich Spinne!

Spinnen beobachten für den Bioblitz und die Erforschung der Artenvielfalt

Listspinne

Foto (Marie Mohr): Die Listspinne (Pisaura mirabilis) hat zahlreiche Fressfeinde. Dazu zählen Wegwespen, Laubfrösche, Eidechsen und Vögel am Tag sowie Kröten, Spitzmäuse und Fledermäuse in der Nacht.


Spinnen sind nicht die beliebteste Tiergruppe aber spannend zu beobachten. Naturbeobachtende in Münster können Spinnen bei Observation.org oder in der App "ObsIdentify" melden. Jede:r trägt so erheblich zur Erforschung dieser Tiergruppe bei und lernt gleichzeitig die Spinnen von einer anderen Seite kennen. Deshalb rufen das Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zusammen mit der Naturbeobachtungsplattform Observation.org und den regionalen Partnern zum Beobachten und Melden auf. Gleichzeitig leisten alle Meldenden ein Beitrag zum Bioblitz 2023. Beim Bioblitz können alle Interessierten mitmachen und über das gesamte Jahr hinweg Beobachtungen von Pflanzen, Pilzen und Tieren innerhalb ihrer kreisfreien Stadt oder innerhalb ihres Landkreises melden.

Das ganze Jahr über gibt es - passend zu den Beobachtungsaufrufen - Aktionen zum Mitmachen im Rahmen der Artenakademie des LWL-Museums. Bei den Veranstaltungen können die jeweiligen Pflanzen, Pilze oder Tiere gemeinsam im Team beobachtet und erfasst werden. Die Artenakademie findet statt mit Unterstützung der Stiftung Münster der Sparda-Bank West.

Die sogenannten Webspinnen, die die meisten Menschen meinen, wenn sie über Spinnen reden, sind eine Ordnung innerhalb der Klasse der Spinnentiere. 15 weitere Ordnungen, darunter Weberknechte, Zecken, Milben und Skorpione, gehören zu derselben Klasse. Allein die Webspinnen, wissenschaftlich "Araneae" genannt, können Spinnseide produzieren und sind damit nicht nur für die Ökologie, sondern auch für andere Fachbereiche inspirierend. Forscher arbeiten zum Beispiel an Polymeren für pflanzenbasierte Verpackungsmaterialien, die der Struktur von Spinnseide ähneln.

"Aufgrund ihrer Vielfalt sind Spinnen besonders auch von ökologischer Bedeutung", erklärt Prof. Dr. Sascha Buchholz, Professor der Arbeitsgruppe Tierökologie an der Uni Münster. "Sie können zum Beispiel als Bioindikatoren genutzt werden. Und sie sind noch längst nicht komplett erforscht." Es werden stetig neue Arten entdeckt. Aktuell gibt es weltweit 51.151 Arten. In verschiedenen Projekten mit Studierenden arbeitet das Institut der Landschaftsökologie mit Observation.org zusammen.

Einige Spinnenarten können nur im Labor mithilfe von Binokularen bestimmt werden, indem kleinste Körpermerkmale verglichen werden. Manche Familien sind aber auf den ersten Blick schon draußen zu erkennen: Zum Beispiel die Springspinnen mit ihrer typischen Körperform und ihren großen Augen. Die Familie der Krabbenspinnen ist auch sehr gut zu erkennen mit ihrer an Krabben erinnernden Körperhaltung und den seitlich gerichteten Vorderbeinen. Bei der Bestimmung unterwegs hilft die App ObsIdentify mithilfe ihres automatischen Fotobestimmungsalgorithmus. 

Naturbeobachtende, die am Bioblitz teilnehmen und ihre Beobachtungen bei Observation.org melden, können nicht nur ihre Naturerlebnisse festhalten und an den Challenges teilnehmen, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung der Spinnen und anderer Artengruppen leisten. Um geeignete Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz entwickeln und durchführen zu können, braucht es Erkenntnisse. Zu diesen Einsichten können Bürgerwissenschaftler:innen mit ihren Beobachtungen beitragen.

Für Interessierte stehen Informationen zu dem Projekt #bioblitz2023 auf der Website bereit:
http://www.bioblitze.lwl.org.

Interessierte finden die Ergebnisse der Bioblitze 2023 hier:
https://observation.org/bioblitz/categories/landkreise-and-kreisfreie-stadte-2023/

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