20. September 2023 / Allgemein

375 Jahre Westfälischer Frieden: Aktuelle Debatten und mitreißende Momente

Friedensstädte Münster und Osnabrück begehen historische Jahrestage am 24. und 25. Oktober gemeinsam

Friedensfest

Wie bereits bei den "Friedensklängen" im Mai 2023 werden Rathaus und Prinzipalmarkt in Münster auch bei der Inszenierung "Longing for Peace" am 24. Oktober stimmungsvoll illuminiert. Foto: Münster Marketing / Ralf Emmerich


Gemeinsam begehen Münster und Osnabrück am 24. und 25. Oktober das Jubiläum "375 Jahre Westfälischer Frieden" – mit hochkarätigen Veranstaltungen, internationalen Expertinnen und Experten sowie dem Ziel, die gesamte Stadtgesellschaft und deren Gäste teilhaben zu lassen. "Heute genau wie vor 375 Jahren diskutieren wir über eine weltweite Friedensordnung. Eine Sache aber machen wir anders: Wir öffnen die Türen für alle, die mit internationalen Friedensforschenden, Journalistinnen und Journalisten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern debattieren wollen über den Frieden und die Wege dorthin", sagt Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe.

Das historische Datum des Friedensschlusses prägt beide Städte bis heute. "Münster und Osnabrück stehen beide für den Friedensdialog", sagt Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter. "An beiden Orten ist es gelungen, nach einem grausamen Krieg für einen langen Zeitraum Frieden und Stabilität zu gewährleisten. Die Erinnerung an den Westfälischen Frieden ermutigt dazu, sich für eine friedliche, demokratische Gesellschaft einzusetzen, und dies bekräftigen wir mit den Veranstaltungen zum Jubiläum."


Auf dem Markt vor dem historischen Rathaus in Osnabrück werden am 25. Oktober Tausende Sängerinnen und Sänger erwartet. Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

Die Jubiläumstage als Höhepunkte des Jubiläumsjahres zeigen sowohl in Münster als auch in Osnabrück den Charakter des gesamten Programms – viele Akteurinnen und Akteure gestalten sie und laden alle Interessierten ein. "Auf dem Markt vor dem Rathaus werden tausend Menschen gemeinsam singen, so wie vor 375 Jahren auch, nachdem der Frieden von der Rathaustreppe verkündet wurde", sagt Katharina Pötter.  "In Münster berücksichtigen wir die Perspektive junger Menschen, vertiefen das Friedensthema in der Diskussion mit internationalen Fachleuten und geben unserer Sehnsucht nach Frieden mit einer großen Open-Air-Inszenierung emotionalen Raum", gibt Lewe einen Vorgeschmack auf die Jahrestage.

Öffentliche Debatten in Münster 
Der "Westphalian Peace Summit" bringt am 24. Oktober Fachleute vieler Nationen im Großen Haus des Theaters zusammen: Unter der Schirmherrschaft von Prof. Hans-Gert Pöttering, ehemals EU-Ratspräsident, diskutiert Georg Restle, Moderator bei Monitor (ARD), mit internationalen Gästen. Mit dabei sind unter anderem die Bürgerrechtlerin Leymah Gbowee aus Liberia, die 2011 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, sowie Elmar Theveßen, politischer Korrespondent des ZDF in Washington und frisch gekürter Träger des renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises. Eingeladen sind auch die Botschafterinnen und Botschafter der Nationen, die 1648 am Friedensschluss beteiligt waren – von Finnland bis Spanien. Die Veranstaltung ist offen für alle. Anmeldungen sind ab Ende September möglich.

Ein junges Debattierformat findet am gleichen Tag – als Prolog – im Kleinen Haus des Theaters statt. Bei "Let's Talk: Peace beyond Borders" diskutieren Studierende der Initiative "Münster University International Model United Nations" über den Frieden in einer multipolaren Welt. Die Veranstaltung bringt junge Menschen mit Expertinnen und Experten zusammen und ist angelehnt an Sitzungen der UN.  

Licht- und Klangkunst auf dem Prinzipalmarkt 
Am Abend dieses historischen Jahrestags schließt "Longing for Peace" das Programm ab. Die große internationale Licht- und Toninstallation auf dem Prinzipalmarkt stellt die Sehnsucht nach Frieden emotional in den Mittelpunkt. Der Hamburger Lichtkünstler Michael Batz, der bereits den Reichstag, die Hamburger Speicherstadt und die Elbphilharmonie visuell in Szene setzte, entwickelt eigens für das Friedensjubiläum eine Lichtinszenierung für die historische Kulisse. Internationale Musikerinnen und Musiker steuern Klänge und Melodien bei. Die Open-Air-Veranstaltung ist öffentlich und frei zugänglich. 
Ebenfalls auf dem Programm steht die ökumenische Friedensvesper in der Apostelkirche. Sie erinnert traditionell an den Friedensschluss vom 24. Oktober – so auch im Jubiläumsjahr.

"Book of Peace" für alle Bürgerinnen und Bürger
Eine gemeinsame Aktion der Städte Münster und Osnabrück für ihre Bürgerinnen und Bürger ist das "Book of Peace". Es ist nicht den Ehrengästen der Stadt vorbehalten, sondern liegt für alle aus, die den Wunsch nach Frieden durch ihre Unterschrift bekräftigen wollen. Das Buch liegt am 24. Oktober den ganzen Tag im Historischen Rathaus in Münster aus, am 25. Oktober dann in Osnabrück.  

Vielstimmiger Gesang in Osnabrück 
In Osnabrück wird am 25. Oktober die Freude über den Friedensschluss zu hören sein. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident a.D. Christian Wulff singt ein riesiger Chor um 16.30 Uhr vor dem Rathaus. Er besteht nicht nur aus heimischen Chören, sondern auch aus Gruppen aus den Partnerstädten und internationalen Jugendchören.

Den ganzen Tag über wird es in der Innenstadt Konzerte geben, bei denen Chöre zusammensingen, die sonst nicht aufeinandertreffen. "Osnabrück klingt an diesem Tag", kündigt Katharina Pötter an. "Vor 375 Jahren haben die Menschen spontan aus lauter Freude über den Frieden gesungen. Es ist ein wunderbares Zeichen und eine große Jugendbegegnung, wenn am 25. Oktober Sängerinnen und Sänger aus ganz Europa Lieder für den Frieden anstimmen."

Nach einem Gottesdienst im Dom endet der Tag mit dem Demokratie-Forum im Felix-Nussbaum-Haus. NDR und SWR holen in einer Gemeinschaftsproduktion das erfolgreiche Format nach Osnabrück. Moderator ist Michel Friedman, seine Gäste sind der Sicherheitsexperte Carlo Masala, Ursula Schröder, Wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg sowie Professorin für Politikwissenschaft, und Michael Roth (SPD), von 2013 bis 2021 Staatsminister für Europa beim Bundesminister des Auswärtigen Amts.

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