27. April 2023 / Allgemein

Starkregengefahrenkarten: Stadt Münster verschickt über 48.000 Informationsschreiben

Internetseite zu Risikoeinschätzung und Vorsorge

Starkregen

Foto (Stadt Münster): Auf der linken Seite ist eine Kreuzung am Albersloher Weg während des Starkregens in Münster 2014 zu sehen. Rechts ist der entsprechende Bereich auf der Starkregengefahrenkarte abgebildet


Im Rahmen der Aktion "Gemeinsam stark gegen Starkregen" schreibt die Stadt Münster in den kommenden Wochen nach und nach über 48.000 Eigentümerinnen und Eigentümer im gesamten Stadtgebiet an, um sie über die städtischen Starkregengefahrenkarten und Starkregenschutz für ihre Grundstücke zu informieren. Der Brief enthält neben einem persönlichen Anschreiben ein Faltblatt mit ersten Tipps für Schutzmaßnahmen sowie Informationen zu einem neuen kostenfreien, telefonischen Beratungsangebot der Stadt zum Thema. Eigentümerinnen und Eigentümer, die im Fall eines Starkregenereignisses besonders stark betroffen sein könnten, erhalten zudem den Ausschnitt aus den Gefahrenkarten, der ihr Grundstück zeigt.

"Ich freue mich, dass wir mit dem Projekt ‘Starkregengefahrenkarten für Münster – Gemeinsam stark gegen Starkregen’ einen wesentlichen Schritt zum Umgang mit dem Wetterextrem Starkregen angestoßen haben. Allerdings sollten wir daran denken, dass es keinen absoluten Überflutungsschutz geben kann", unterstreicht Oberbürgermeister Markus Lewe.

"Bereits jetzt kann man die Gefahrenkarten auf der städtischen Internetseite öffentlich einsehen und sein Grundstück anhand der Kartenlegende hinsichtlich des Gefahrengrades bewerten", erklärt Stadtbaurat Robin Denstorff. Auch erste Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen zum privaten Objektschutz sowie zum korrekten Verhalten im Gefahrenfall sind auf der Internetseite zu finden, die so die Informationen aus den Anschreiben umfassend ergänzt. "Uns ist sehr daran gelegen, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern für mehr Überflutungssicherheit zu sorgen."

Die Starkregengefahrenkarten dienen dabei aber lediglich als erste Orientierung, da Details wie Grundstücksmauern oder Aufkantungen, die den Abfluss von Wasser möglicherweise verändern, nicht im stadtweiten Geländemodell abgebildet sind. Es ist daher sinnvoll, das auf den Karten dargestellte Überflutungsergebnis durch Ortsbegehungen zu kontrollieren. Sind in den dargestellten Überflutungsflächen Eintrittsöffnungen zum Gebäude – wie etwa Kellerabgänge oder Lichtschachtöffnungen – vorhanden, empfiehlt es sich, an diesen Stellen Objektschutzmaßnahmen vorzunehmen. "Daher schreiben wir alle Eigentümerinnen und Eigentümer an und bieten Ihnen als besonderen Service die kostenfreie Beratung an", erläutert Denstorff.

Für einen gezielten Überflutungsschutz verwendet die Stadt selbst die Starkregengefahrenkarten als Grundlage bei allen städtebaulichen Planungen. Darüber hinaus erfolgt auf Basis der Karten eine stadtweite Risikoanalyse. So plant die Stadtverwaltung beispielsweise für festgestellte Überflutungsschwerpunkte in Verbindung mit kritischen Infrastrukturen wie Krankenhäusern, Schulen, Rettungsdiensten oder der Energieversorgung Sanierungskonzepte zum verbesserten Schutz zu erarbeiten. Wasserwirtschaftlich relevante Veränderungen im Stadtgebiet wie Neuerschließungen von Wohngebieten, Nachverdichtungen, die Umnutzung von Flächen oder Gewässerrenaturierungen arbeitet die Stadt in das Modell ein und optimiert, erweitert und aktualisiert das Kartenwerk so zukünftig laufend.

"Starkregengefahrenkarten für Münster – Gemeinsam stark gegen Starkregen" ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Bereiche der Stadtverwaltung. Beteiligt sind das Amt für Mobilität und Tiefbau (Projektkoordination), das Vermessungs- und Katasteramt, die Stabsstelle Smart City Münster und die Stabsstelle Klima. Das digitale Kartenmaterial sowie die umfangreichen Informationen zum Thema Starkregen und zum neuen Beratungsangebot sind auf der städtischen Internetseite unter www.stadt-muenster.de/wasser zu finden.

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