21. September 2022 / Allgemein

Hauptkläranlage Münster: Erster Spatenstich zur Erweiterung

Vierte Reinigungsstufe für Mikroschadstoffe

Kläranlage

Foto: (Stadt Münster, Amt für Kommunikation): Sie gaben mit dem ersten Spatenstich den offiziellen Startschuss für den Bau der vierten Reinigungsstufe der Hauptkläranlage in Coerde: Prof. Markus Schröder als Vertreter der der Planungsarbeitsgemeinschaft, Oberbürgermeister Markus Lewe, Umweltminister Oliver Krischer, Stadtbaurat Robin Denstorff, Landtagsabgeordnete Simone Wendland, Abteilungsleiter Peter Krekeler vom Amt für Mobilität und Tiefbau, Gerrit Grannemann von der Bezirksregierung, Heike Nentwig und Sven Heider von der NRW-Bank (v.l.) 


Die Hauptkläranlage in Münster-Coerde wird in den nächsten Jahren umfangreich saniert, umgebaut und erweitert. Die Stadt Münster schafft so nicht nur weitere Kapazitäten für die Behandlung der Abwässer in der wachsenden Stadt, es wird auch eine weitere, vierte Reinigungsstufe gebaut, durch die auch Mikroschadstoffe wie etwa Medikamentenrückstände oder Mikroplastik entfernt werden können.

Landesumweltminister Oliver Krischer, Oberbürgermeister Markus Lewe, Stadtbaurat Robin Denstorff und eine Vertretung der NRWBank haben nun mit einem ersten Spatenstich die Arbeiten in Coerde offiziell auf den Weg gebracht.


Münsters Hauptkläranlage in Coerde. Foto: Stadt Münster

"Der Ausbau der Hauptkläranlage in Münster ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsgerichtete und nachhaltige Abwasserbeseitigung der Stadt Münster", stellt Minister Krischer fest. Es werde eine der modernsten Kläranlagen Deutschlands errichtet. "Der Ausbau der Hauptkläranlage in Münster ist ein Meilenstein in der Abwasserentsorgung und der Abwasseraufbereitung. Die vierte Ausbaustufe an der Kläranlage in Coerde bedeutet ein großes Plus für die Münsteranerinnen und Münsteraner", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. So werde nachhaltiger Gewässerschutz durch weitere Schadstoffreduzierung erreicht.

Nach Abschluss der mehrjährigen Planungen wird Münster mit der Erweiterung der Kapazitäten und den verbesserten Filterfähigkeiten den veränderten Anforderungen an die Reinigung des Abwassers gerecht. "Die Planung ist so flexibel gestaltet, das auch zukünftige Ansprüche an die Abwasserreinigung mit weiteren Reinigungsverfahren baulich integriert werden können", erläutert Robin Denstorff.

Durch die vierte Reinigungsstufe können nicht nur steigende Anforderungen an die Nährstoffelimination erfüllt, sondern gleichzeitig Mikroschadstoffe, wie Medikamentenrückstände oder Mikroplastik entfernt werden. Zur Kompensation des zusätzlich entstehenden Energieverbrauches wird im Rahmen der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen der bestehenden Altanlage auch eine neue Belüftungstechnik in der biologischen Stufe umgesetzt.

Bei Gesamtprojektkosten von rund 116 Millionen Euro trägt das Land NRW durch Fördergelder von insgesamt etwa 34 Millionen Euro einen wesentlichen Anteil an der Gesamtfinanzierung und so auch zur Umsetzung der Maßnahme bei, welche bedeutender Bestandteil zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Stadt Münster in den Bereichen "Saubere Gewässer" und "Klimaschutz" ist.

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis 2026. Während der Arbeiten erfüllt die Hauptkläranlage gleichwohl ihre Reinigungsaufgaben wie gewohnt.  
Täglich werden in der Hauptkläranlage in Coerde durchschnittlich 60 000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. 42 Stunden ist das Wasser in der Anlage unterwegs, bevor es geklärt in die Ems fließt. Dabei nimmt sich die Abwasserreinigung natürliche Methoden zum Vorbild. Denn Gewässer haben ein faszinierendes Reinigungssystem, von dem sich viel lernen lässt: Bakterien und Pflanzen nehmen Nährstoffe auf und wandeln sie um, der Boden dient als Filter und reinigt das Wasser mechanisch. Gleiches passiert in der Kläranlage, allerdings mit neuester Technik perfektioniert. Die Hauptkläranlage der Stadt Münster ist heute eine moderne Großanlage. Sie leistet einen wichtigen Betrag zu einem nachhaltigen Umwelt- und Gewässerschutz. Für die Abwasserreinigung arbeiten in Münster rund um die Uhr fünf Kläranlagen, 23 Regenklärbecken, rund 100 Pumpwerke und 250 Kleinpumpwerke.

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