15. Dezember 2022 / Fit & Gesund

Infektionswelle in Münster bei Kindern angekommen

Gesundheitsamt im Gespräch mit Ärzten und Kliniken / Hausmittel oft hilfreich

Kinderkrankheit

Inzwischen zeichnet sich auch in Münster immer deutlicher ein Engpass in der ambulanten und stationären medizinisch-pflegerischen Versorgung von kleinen Kindern ab. Durch die hohe Zahl von Kindern mit Atemwegsinfektionen und / oder Fieberzuständen sind die Praxen und Kliniken derzeit überlastet. Sowohl das Praxisnetz der Kinder- und Jugendärzte Münster als auch die Kinderkliniken in Münster weisen auf ihre problematische Lage hin.

Das Gesundheitsamt der Stadt versucht im Gespräch mit den maßgeblichen Akteuren, einen Beitrag zur Besserung der Lage zu leisten. Aktuell besteht ein Mangel an fiebersenkenden Medikamenten und Antibiotika. Besonders fiebersenkende Säfte und Zäpfchen sind nur begrenzt verfügbar. Darum soll auch versucht werden, das Bundesinstitut für die Zulassung von Arzneimitteln dazu zu bewegen, Sonderzulassungen von fiebersenken Arzneimitteln aus dem Ausland auszusprechen.

"Im Einzelfall können Eltern mit dem Arzt oder Apotheker klären, ob bei Kindern ab vier Jahren (Paracetamol) bzw. ab sechs Jahren (Ibuprofen) teilbare Tabletten nach der Dosierungsempfehlung eingenommen werden können, wenn eine medikamentöse Fiebersenkung überhaupt erforderlich ist", erläutert der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Norbert Schulze Kalthoff.

Fieber ist natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers
Kinder haben in der nasskalten Jahreszeit nicht selten Fieber oder erhöhte Temperatur. Fieber ist ein wichtiger natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers, dem nicht gleich und in jedem Fall durch fiebersenkende Maßnahmen entgegengewirkt werden muss. Es zeigt vielmehr an, dass der Körper auf Krankheitserreger reagiert und seine Abwehrkräfte mobilisiert. Denn bei hohen Körpertemperaturen können sich Viren und Bakterien nicht so gut vermehren.  

Auch ohne wirklich krank zu sein, kann die Körpertemperatur erhöht sein – zum Beispiel, wenn ein Kind viel im Freien herumgetobt und Sport getrieben hat. Zu warme Kleidung oder eine zu warme Zudecke können ebenfalls eine erhöhte Temperatur hervorrufen. Das Kind hat Fieber, wenn seine Temperatur über 38,4 Grad Celsius steigt. Ab 39 Grad Celsius hat es hohes Fieber. Es kann auch vorkommen, dass ein Kind abends oder nachts ohne andere Krankheitszeichen fiebert und sich am nächsten Tag bereits wieder völlig wohlfühlt.  

Bei einer leicht erhöhten Temperatur bedarf es in der Regel noch keiner fiebersenkenden Maßnahmen.
Schon einfache Maßnahmen können helfen: Wadenwickel,  feuchter, lauwarmer Waschlappen auf der Stirn,  viel trinken, damit der Körper nicht austrocknet, Bettwäsche, Handtücher etc. häufig wechseln, für gute Lüftung und angemessene Raumtemperatur sorgen.

Erst wenn der Allgemeinzustand des Kindes nicht gut ist, kann ab einer Körpertemperatur von 39 Grad Celsius an fiebersenkende Maßnahmen gedacht werden.
Bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen wird schon ab 38 Grad Celsius von Fieber gesprochen. Wirkt das Kind ungewöhnlich schlapp oder teilnahmslos, es mag nicht, nur kurz oder schwach trinken oder zeigt eine veränderte Hautfärbung (blass, bläulich, rot), sollte bald eine ärztliche Praxis aufgesucht werden. 
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat weitere wertvolle Informationen auf der Seite www.kindergesundheit-info.de veröffentlicht. 

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