6. Juli 2026 / Polizeimeldungen

Zehn Jahre "Kurve kriegen" in Münster

Initiative zur Kriminalprävention von Kindern und Jugendlichen

Foto (Polizei Münster): v.l.n.r. KOK Dominik Sommer, KHKin Barbara Winkler, Ursula Feller, Marc Smith


Die Polizei hat das zehnjährige Bestehen der Initiative "Kurve kriegen" am Standort Münster gefeiert. Das Ministerium des Inneren des Landes Nordrhein-Westfalen hatte das landesweite Projekt 2011 ins Leben gerufen. 2016 eröffnete der Standort in Münster. Seitdem hilft die Initiative kriminalitätsgefährdeten Kindern und Jugendlichen, einen Weg aus der Kriminalität zu finden. Gleichzeitig soll kriminellen Karrieren frühzeitig entgegengewirkt werden.

Zielgruppe des präventiven, pädagogischen Angebots sind Kinder und Jugendliche ab acht Jahren. Polizeiangehörige aus dem Jugendkommissariat im Haus des Jugendrechts sprechen die Sorgeberechtigten der Kinder an, die bei einer polizeilichen Prüfung als kriminalitätsgefährdet auffallen. Daraufhin können die Eltern freiwillig entscheiden, ob sie das Angebot annehmen und eine Zusammenarbeit mit der Initiative "Kurve kriegen" starten.

"Die Initiative ist eine riesengroße Chance für Kinder und Jugendliche, noch einmal buchstäblich die Kurve zu kriegen und sich eben nicht in Kriminalität zu verstricken. Für die jungen Menschen ist das oft lebensrettend und existenziell wichtig. Genauso lohnt sich das Projekt für die Gesellschaft: Mit jeder verhinderten Intensivtäterkarriere werden soziale Folgekosten von etwa 1,7 Millionen Euro eingespart", betont Alexandra Dorndorf, Polizeipräsidentin der Polizei Münster.

In der Arbeit von "Kurve kriegen" steht der individuelle Unterstützungsbedarf des einzelnen Kindes oder Jugendlichen im Mittelpunkt. Diesen ermitteln Eltern, Schule und Jugendamt mit den pädagogischen Fachkräften der Initiative gemeinsam.

Die pädagogischen Fachkräfte gehören dem Verein sozial-integrativer Projekte (ViP) an, einem Kooperationspartner der Polizei. Das Besondere: Die Fachkräfte arbeiten mit dem Jugendkommissariat zusammen, unterliegen mit ihrer pädagogischen Arbeit aber grundsätzlich der Schweigepflicht - auch gegenüber der Polizei.

In den vergangenen zehn Jahren nahmen 64 Kinder und Jugendliche in Münster an dem Programm "Kurve kriegen" teil. Aktuell sind 14 Teilnehmende aktiv. 26 haben die Initiative erfolgreich als Absolventinnen und Absolventen beendet, 13 haben keinen erfolgreichen Abschluss geschafft. Zusätzlich sind elf Teilnehmende umgezogen. Teilnehmende, die während des Programms aus NRW weggezogen sind, konnten das NRW-spezifische Projekt nicht weiterführen. Bei Umzügen innerhalb von NRW bestand die Möglichkeit, die Arbeit mit der Initiative an einem anderen Standort weiterzuführen.

Weiterführende Informationen zur Initiative Kurve kriegen in NRW: Die Statistik zeigt: Die Arbeit der Initiative "Kurve kriegen" ist landesweit erfolgreich. 40 Prozent der gefährdeten Kinder und Jugendlichen begehen keine Straftaten mehr, nachdem sie an dem Programm der Initiative teilgenommen haben. 60 Prozent haben ihre Straftaten um die Hälfte reduziert. Von den bisher mehr als 1600 Absolventinnen und Absolventen des Programms wurden nur etwa 1,5 Prozent in dem Umfang rückfällig, dass sie in ein Intensivtäterprogramm aufgenommen werden mussten.

Mehr Informationen unter www.kurvekriegen.nrw.de

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