Foto (WIN): Kämmerin Christine Zeller (Tischreihe rechts, unten) mit WIN-Vorstandsmitglied Andreas Jürgens (Tischreiche rechts, Mitte) und WIN-Vorstandsmitglied Uta Deutschländer (Tischreihe rechts, oben) sowie (weiteren) Unternehmensvertreter:innen.
Im Dezember wird der Entwurf des städtischen Haushalts in den Rat der Stadt Münster eingebracht. Die bisherige Steuerung über restriktive Budgets reicht jedoch nicht mehr aus, um der kommunalen Finanzkrise zu begegnen. Im Gespräch mit Unternehmensvertreter:innen der WIN Wirtschaftsinitiative Münster e.V. machte Stadtkämmerin Christine Zeller daher deutlich, dass weitere Anstrengungen zur Stabilisierung der städtischen Finanzen notwendig seien, um Ausgaben der kommunalen Daseinsvorsorge, einschließlich der Bereiche Soziales, Kinder, Jugend und Familien sowie Personal, zu sichern und eine Haushaltssicherung zu vermeiden.
Der Stabilisierungsprozess wurde Anfang 2024 initiiert und führte im Rahmen des Haushalts 2025 bereits zu jährlichen Einsparungen im konsumtiven Bereich von 16 Mio. Euro. Im zweiten Schritt des Stabilisierungsprozesses sollen ab 2026 aufwachsend weitere 28 Mio. Euro jährlich eingespart werden.
Die weiterhin hohen Investitionsbedarfe werden auch perspektivisch entsprechende Folgelasten für Unterhaltung und Abschreibungen und damit Druck auf das Ergebnis auslösen. Durch Zuwendungen aus dem Infrastrukturprogramm des Bundes ist dabei etwas Entlastung zu erwarten: Rund 152 Mio. Euro werden nach Münster fließen, so Stadtkämmerin Zeller.
Die anwesenden Unternehmensvertreter:innen machten Vorschläge zur weiteren Optimierung und Digitalisierung von Prozessen innerhalb der Stadtverwaltung, durch die Arbeitsabläufe und Dienstleitungen vereinfacht und beschleunigt werden könnten. Dass bei allem kritischen Blick auf die Aufwendungen Münster finanziell auf eine solide Ertragsentwicklung setzen kann, machte der Benchmark-Vergleich von WIN-Vorstandsmitglied Andreas Jürgens, Moderator der Veranstaltung, deutlich: Im Vergleich zu annähernd großen Städten wie Bonn oder Bielefeld kann Münster auf ein stabiles Steueraufkommen, insbesondere bei der Gewerbesteuer, setzen. Die Ertragsprognose der Stadtkämmerei ab 2026 zeigt eine weiterhin stabile Entwicklung auf - sei aber, so Zeller, auch mit Blick auf die unsichere konjunkturelle Entwicklung vorsichtig zu planen.











