23. September 2026 / Genuss & Lifestyle

Tag der Lebensmittelrettung am 26. September in Münster

foodsharing zeigt die Dimension der Verschwendung (ab 12 Uhr)

Veröffentlicht am 23. September 2026 um 10:05 Uhr

Fotos: Jakob Ballmaier / foodsharing Münster


Als großer Abschluss der „Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit" macht foodsharing am 26. September 2026 bundesweit in rund 40 Städten auf die immense Lebensmittelverschwendung aufmerksam - auch in Münster.

Noch immer werden jedes Jahr entlang der gesamten Wertschöpfungskette 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, so das Statistische Bundesamt. Erhebungen, welche die Vorernteverluste mit einbeziehen, kommen sogar auf etwa 25 Millionen Tonnen pro Jahr (WWF 2012). Das sind ein Drittel bis die Hälfte aller produzierten Lebensmittel.

Bei ihrer Veranstaltung auf dem Harsewinkelplatz zeigt die internationale Umweltorganisation, was jeder Einzelne dagegen tun kann. Neben einer Eröffnungsrede von Vertretern von foodsharing Münster sind alle Interessierten zur großen „Fairteil"-Aktion eingeladen. Dabei werden mehrere hundert Kilogramm genießbarer Lebensmittel kostenlos weitergegeben, die die Ehrenamtlichen von kooperierenden Lebensmittelbetrieben abholen und damit vor der Entsorgung retten. Auch für Kinder wird gesorgt sein: An einem Maltisch können die jüngsten Besucher kreativ werden, während die Erwachsenen sich informieren, austauschen und über frisch zubereitete Speisen freuen können.

Bei der öffentlichkeitswirksamen Präsentation geretteter Lebensmittel zeigten die Ehrenamtlichen bereits im letzten Jahr eindrucksvoll, wie viele Lebensmittel innerhalb von 24 Stunden in der Tonne landen würden - wenn sie nicht von den Aktiven gerettet würden: über 900 Kilogramm kamen an einem Tag allein in Münster zusammen. Tatsächlich retten die fast 400 hier aktiven Foodsaver und Foodsaverinnen diese unglaubliche Menge an Lebensmitteln täglich, ob in Supermärkten, Bäckereien und Cafés, Kantinen, bei Caterings, in Kindergärten, Restaurants, Tankstellen, Bioläden oder auf Wochenmärkten. Der Tag der Lebensmittelrettung wird in diesem Jahr das zweite Mal bundesweit stattfinden. Beteiligt sind außerdem u.a. Berlin, München, Köln, Freiburg, Kiel und viele weitere Städte.

Lebensmittelwertschätzung braucht Sichtbarkeit
„Lebensmittel müssen wieder mehr wertgeschätzt werden. Allein die Lebensmittelverschwendung ist für bis zu 10 Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich. Alle können etwas für das Klima tun, indem sie weniger Lebensmittel wegwerfen und sorgsamer damit umgehen“, sagt Doris Westerloh von foodsharing in Münster. Mit der Aktion wollen sie mit den Besuchern und Besucherinnen ins Gespräch kommen und zum Nach- und Umdenken anregen.

Am Ende der Veranstaltung werden die von foodsharing geretteten Lebensmittel kostenfrei an alle fairteilt. Um dies umweltfreundlich zu gestalten, sollten die Besucher eigene Taschen, Dosen & Co. mitbringen.

Über die Initiative foodsharing
foodsharing engagiert sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und ein nachhaltiges Ernährungssystem. Die Ehrenamtlichen machen auf das globale Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam und verstehen sich als konstruktive und ökologische Organisation. Sie kooperieren mit anderen gemeinnützigen Organisationen sowie den Tafeln und stehen im Dialog mit Unternehmen, Verwaltungen und Politik.

Seit 2012 (in Münster seit 2014) rettet die foodsharing-Bewegung täglich tonnenweise genießbare Lebensmittel vor dem Müll. Dabei gilt: „Tafel first“ – die Tafeln haben bei den Lebensmittelrettungen immer Vorrang. Bei foodsharing verteilen Ehrenamtliche die Nahrungsmittel kostenlos und solidarisch von privat zu privat – im Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft, in Obdachlosenunterkünften und anderen Einrichtungen sowie über die Plattform foodsharing.de. Über öffentlich zugängliche Regale und Kühlschränke, sogenannte Fairteiler, stehen die Lebensmittel in vielen Städten und Gemeinden allen Menschen zur Verfügung – so auch in Münster.

Bildungs- und Aufklärungsarbeit ist ein zentraler Bestandteil des Engagements. Mit gemeinschaftlichen Kochaktionen, so genannten „Schnippeldiscos“, Infoständen und öffentlichen Vorträgen sowie Workshops in Vereinen, Schulen und Universitäten fördert foodsharing das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln.

Zahlen, Daten, Fakten – foodsharing Münster

  • fast 400 regelmäßig aktive Foodsaver und Foodsaverinnen
  • über 60 Kooperationspartner (Supermärkte, Wochenmärkte, Bäckereien, Kantinen...)
  • rund 50 tägliche Lebensmittel-Rettungen
  • 9 öffentlich zugängliche Lebensmittel-Fairteiler
  • über 1600 Tonnen Lebensmittel gerettet seit 2014

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