3. März 2026 / Allgemein

Stadtwerke werden 125 Jahre alt

Viele Aktionen für die Münsteranerinnen und Münsteraner geplant

Foto: Prinzipalmarkt umgegraben: 1927 wird die Straßenbahn-Strecke durch Münsters Innenstadt zweigleisig ausgebaut.


Was hat die Torminbrücke über den Aasee mit den Stadtwerken zu tun? Woher kommt der Name „heulende Kurve“ vor dem Erbdrostenhof an der Salzstraße? Und welchem Zweck dienten Buddenturm und der Turm im Geistviertel einmal?

In ihrer 125-jährigen Geschichte haben die Stadtwerke jede Menge Spuren in der Stadt hinterlassen. Zurück geht die Gründung der Stadtwerke auf den 1901 erfolgten Zusammenschluss zwischen dem Städtischen Gas- und Wasserwerk mit dem neuen Elektrizitätswerk. Ab 1909 verantwortete das neue Unternehmen als „Städtische Betriebsverwaltung“ auch den öffentlichen Nahverkehr mit der Straßenbahn, die unter anderem deutlich hörbar durch die Kurve zwischen Salzstraße und Altem Steinweg fuhr. Der enge Kurvenradius sorgte bei jeder Durchfahrt für ein lautes Geräusch an dieser Stelle, die vielen bis heute als heulende Kurve bekannt ist.


Foto: Der Hafen im Jahr 1900: Er war die Keimzelle der Stadtwerke, im unmittelbaren Hafenumfeld fanden sich verschiedene Einrichtungen wie ein Gas- und ein Elektrizitätswerk sowie der Betriebshof der Straßenbahnen.

1941 änderte sich der Unternehmensname erneut, in Stadtwerke Münster. „In unserem Jubiläumsjahr möchten wir nicht nur an unsere Geschichte erinnern, sondern auch etwas für Münster tun, um unsere Stadt noch ein bisschen lebenswert zu machen, als sie schon immer ist“, sagt Sebastian Jurczyk, Vorsitzender der Stadtwerke-Geschäftsführung. Eine wichtige Rolle für das Zusammenleben in Münster spielen gemeinnützige Organisationen und Vereine. Sie setzen Projekte um, die den Menschen in Quartieren, Vierteln und Stadtteilen ganz konkret zugutekommen. Daher rufen die Stadtwerke im Frühjahr alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt dazu auf, mitzubestimmen, welche Projekte die Stadtwerke in diesem Jahr unterstützen sollen. Auch eigene Ideen können eingereicht werden. Mehr darüber, wie das funktioniert, steht auf  www.stadtwerke-muenster.de/125jahre.


Foto: Das erste E-Werk der Stadtwerke am Hafen. Heute befindet sich an dieser Stelle der Stadtwerke-Hauptsitz und der Hafenplatz.

Die etwa 1.400 Mitarbeitenden von Stadtwerken und Stadtnetzen, das Team Münster, bekommen im Jubiläumsjahr die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Jeweils einen Tag Sonderurlaub stellen die Stadtwerke dafür zur Verfügung, daraus werden mehrere Tausend Stunden gemeinnütziger Arbeit für Organisationen in Münster und dem Münsterland. „Alles, was wir tun, soll Münster und dem Umland zugutekommen. Das gilt für die Umsetzung der Energie- und Mobilitätswende genauso wie für die besonderen Aktionen in diesem Jahr“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Gäfgen. Wer in die Vergangenheit eintauchen möchte, kann das am Verkehrsmobil tun, das verschiedene Märkte in den Stadtteilen anfährt. Dort kann ab Mitte März kostenlos ein Selfie mit historischem Münster-Hintergrund gemacht werden.

Dass der Wasserturm im Geistviertel einst 2.500 Kubikmeter Trinkwasser gefasst hat, ist schon im Namen enthalten. Dass jedoch auch der Buddenturm an der Promenade einst für diesen Zweck umgebaut wurde (noch heute ist an den Außenwänden zu erkennen, dass er dafür aufgestockt wurde), ist deutlich weniger bekannt. Auf ihrer Homepage werfen die Stadtwerke das ganz Jahr über den Blick zurück auf die letzten 125 Jahre. Wer sich für die Stadt(-werke-)geschichte interessiert, findet ebenfalls unter www.stadtwerke-muenster.de/125jahre viele Informationen rund um das Jubiläum und kann sich für einen Newsletter anmelden. Von Straßenbahn über Hafen bis zum ersten Stromanschluss ist die Stadtwerke-Geschichte so vielfältig wie ihre Mitarbeitenden.

Dass die Stadtwerke in Münster verwurzelt sind, wollen sie auch dadurch deutlich machen, dass sie 2026 zusätzlich 1.250 Bäume in Münster pflanzen, sowohl angrenzend an bestehende Waldgebiete als auch einzelne Bäume im Stadtraum. Seine Spuren hinterlassen hat in der Stadt auch Richard Tormin. Er war von 1901 bis 1933 erster Direktor der Stadtwerke und hat Energieversorgung und Nahverkehr in der Stadt mitgeprägt. Aus einer Überführung für Gas-, Trinkwasser- und Stromleitungen in Richtung des neuen Klinik-Viertels wurde schnell eine wichtige Straßenverbindung über den Aasee – die bis heute seinen Namen trägt: die Torminbrücke.

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