22. Mai 2026 / Politik

Stadt richtet „Task-Force“ gegen illegale Müllentsorgung ein

Verstärkte Kontrollen in Schwerpunkt-Gebieten / Pilotprojekt in der Schleife in Kinderhaus

Foto (awm): Seit der Einführung des Mängelmelders im August 2023 hat die Zahl der Hinweise auf illegale Abfallablagerungen wie diese in der Schleife in Kinderhaus deutlich zugenommen – auf rund 2.660 im vergangenen Jahr. Hinzu kommen Meldungen per E-Mail und durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD).


Eine gammelige Matratze auf dem Gehweg, ein kaputter Staubsauger im Gebüsch – pro Tag werden in Münster über den Mängelmelder im Durchschnitt rund sieben illegale Abfallablagerungen gemeldet. In besonders betroffenen Stadtteilen soll künftig eine "Task-Force Müll" verstärkt gegen das Problem vorgehen – als Pilotprojekt zunächst in Kinderhaus im Bereich der sogenannten Schleife rund um die Brüningheide und Josef-Beckmann-Straße. Das hat der Hauptausschuss am Mittwoch, 20. Mai, beschlossen. Zudem soll die Aufklärung über kostenlose Entsorgungsmöglichkeiten bei den Abfallwirtschaftsbetrieben (awm) weiter intensiviert werden.

Mit der "Task-Force" sollen die bestehenden Maßnahmen der Stadt gegen illegale Müllentsorgungen zeitweise gezielt auf einzelne Gebiete fokussiert werden. Dort werden Mitarbeiter der awm und des Kommunalen Ordnungsdiensts (KOD) häufiger kontrollieren, um schneller auf wilde Müllablagerungen reagieren zu können. Auch das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit wird Teil der "Task-Force", die Beseitigung von Müll aus öffentlichen Grünanlagen gehört bereits jetzt zu den Arbeitsschwerpunkten des Amts. 

Um das Vorgehen in den Schwerpunktgebieten abzustimmen, wird die "Task-Force" auch lokale Akteure aus dem jeweiligen Bezirk einbinden – neben den Bezirksvertretungen sind dies insbesondere die Wohnungsgesellschaften, die für Sauberkeit und Ordnung auf ihren Flächen verantwortlich sind.

Die "Task-Force" verstärkt zudem die städtischen Bemühungen, illegale Müllablagerungen zu ahnden. Mitarbeiter der awm suchen dafür vor deren Entfernung nach Hinweisen auf mögliche Verursacher. Im vergangenen Jahr hat die Stadt 158 Bußgeldverfahren eingeleitet, 40 mehr als im Vorjahr. Um den Sanktionierungsdruck weiter zu erhöhen, wollen die awm im Rahmen einer Testphase zwei Stellen für die Kontrolle von Bioabfällen in zunächst befristete Projektstellen für "Müll-Hotspots" umwandeln.

Parallel zu dem Pilotprojekt in Kinderhaus soll die Verwaltung eine priorisierte Liste von weiteren Quartieren für Schwerpunkteinsätze erstellen und diese sukzessiv in Angriff nehmen.

Kampagne für mehr Stadtsauberkeit
Neben Kontrollen setzt die Stadt im Einsatz für mehr Stadtsauberkeit auch auf eine intensivere Aufklärungsarbeit. Unter dem Motto "Ernsthaft?" informiert eine Kampagne der awm derzeit über die richtige Entsorgung von Abfällen, die in vielen Fällen kostenlos bei den elf Recyclinghöfen in Münster abgegeben werden können.

Die Kampagne ist ein Baustein weiterer Maßnahmen für ein sauberes Münster. Dazu gehört zum Beispiel auch die von Ordnungsamt und awm im Frühjahr gestartete Entsorgung von Schrotträdern über die Sperrgutabfuhr. Gemeinsam mit den städtischen Akteuren engagieren sich auch viele Münsteranerinnen und Münsteraner für Stadtsauberkeit – ob während der jährlichen Frühjahrsputzaktion "Sauberes Münster" mit zuletzt rund 16.000 Teilnehmenden oder das ganze Jahr über im Rahmen einer von den awm unterstützten Sauberkeitspatenschaft.

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