2. Juni 2025 / Natur & Umwelt

Stadt Münster plant naturnahen Umbau des Werse-Wehrs Sudmühle

Fluss soll in Münster wieder durchgängig für Fische und Kleinstlebewesen werden / Ausschuss entscheidet am 24. Juni

Archivfoto (Ingenieurbüro Sönnichsen & Weinert Minden): Die Stadt Münster plant eine naturnahe Umgestaltung der Werse in Sudmühle. Das Wehr (rechts im Bild) soll zurückgebaut werden, ein neuer naturnaher Wasserlauf (auf der Fläche links im Bild) angelegt werden.


Die Werse soll für Fische und andere Wasserlebewesen wieder frei durchgängig werden. Die Stadt Münster plant dafür den Rückbau der alten Wehranlage an der Sudmühle und will einen neuen, naturnahen Wasserlauf anlegen. Damit sollen die Lebensbedingungen im Fluss verbessert sowie mehr Natur an die Werse zurückgebracht werden.

Mit diesem Projekt erfüllt die Stadt wichtige Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zum Schutz und zur Verbesserung von Gewässern. Eine entsprechende Beschlussvorlage bringt die Verwaltung am Donnerstag, 12. Juni, in die politischen Beratungen ein. Am 24. Juni entscheidet der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen.

Möglicher Baubeginn 2026
Die Umgestaltung des Wehrstandortes soll im Sommer 2026 beginnen und etwa ein Jahr dauern. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund drei Millionen Euro. Bis zu 80 Prozent der Summe könnten über das NRW-Förderprogramm "Lebendige Gewässer" gedeckt werden.

Das Wehr an der Sudmühle stammt aus dem Jahr 1969 und ist sanierungsbedürftig. Zudem verhindert das Wehr derzeit, dass Fische stromaufwärts wandern können. Mit den geplanten Umbaumaßnahmen wird die Werse auf Münsters Stadtgebiet wieder vollständig durchgängig – ein wichtiger Schritt für die Artenvielfalt im Fluss.

Neue Brücke über naturnahen Werse-Arm
Anstelle des Wehres plant die Stadt einen rund 300 Meter langen, geschwungenen neuen Gewässerlauf, der rechtsseitig im Bereich der heutigen Flutmulde verlaufen soll. Um den Höhenunterschied zu überwinden, will das zuständige Amt für Mobilität und Tiefbau 38 kleine Becken in sogenannter "Riegel-Beckenbauweise" anlegen. Kies, Totholz und eine naturnahe Gestaltung sollen ideale Bedingungen für Fische, Insekten und Pflanzen schaffen.

Auch der ursprüngliche Gewässerlauf bleibt erhalten und soll künftig als Entlastungsstrecke bei hohen Wasserständen genutzt werden. Um die Wegeverbindung an der Avendruperstraße zu sichern, ist der Bau einer neuen Brücke über den naturnahen Wasserlauf vorgesehen.

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