28. Januar 2025 / Politik

Stadt, Kirchen und Schulen gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Veranstaltung mit Oberbürgermeister Markus Lewe im Rathausinnenhof / Kranzniederlegung am Zwinger

Fotos (Stadt Münster): Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern gedachte Oberbürgermeister Markus Lewe am Montagmittag bei einer Veranstaltung im Rathausinnenhof der Opfer des Nationalsozialismus.


In Gedenken an die Opfer der Diktatur des Nationalsozialismus kamen am Montag, 27. Januar, Schülerinnen und Schüler aus Münster und Umgebung im Rathausinnenhof zusammen. Der Tag erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen im Jahr 1945, die sich heute zum 80. Mal jährt.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Markus Lewe gedachten die jungen Menschen der mehr als sechs Millionen Jüdinnen und Juden, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Auch Millionen anderer Menschen, die Minderheiten angehörten oder sich dem Regime widersetzten, fielen der brutalen Diktatur zum Opfer. In Projektarbeiten befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit Lebensgeschichten der NS-Opfer, besuchten Gedenkstätten und stellten lokale Bezüge zu Themen wie Euthanasie und Antisemitismus her. Die Ergebnisse ihrer Arbeit geben sie weiter - zum Beispiel über Ausstellungen und Filme. "Die beste Versicherung gegen Völkerhass, Faschismus und Nationalsozialismus ist die Erinnerung an und die aktive Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Sich dafür einzusetzen, ist heute wichtiger denn je", unterstrich Lewe das Engagement der Schulen.


In Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus legte Oberbürgermeister Markus Lewe einen Kranz am Zwinger an der Promenade nieder.

Den 27. Januar hatte Bundespräsident Roman Herzog 1996 zum nationalen "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" erklärt. Vertreterinnen und Vertreter der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften sowie Oberbürgermeister Lewe nahmen den Jahrestag auch zum Anlass, einen Kranz am Zwinger an der Promenade niederzulegen.

"Wir benötigen das Gedenken heute dringender als noch vor wenigen Jahren, weil wir uns auf diese Weise selbst die Frage stellen müssen, wer wir sind und wer wir sein wollen. Unsere Demokratie, Religionsfreiheit, ein Leben in Freiheit und Mitmenschlichkeit sind nicht mehr selbstverständlich. Das Gedenken an vergangenes Unrecht wird zu einer wichtigen Demonstration einer widerständigen Haltung der Brüderlichkeit", hob der katholische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster, Prof. Johannes Schnocks, hervor.

Der Kranzniederlegung schloss sich ein ökumenischer Gottesdienst in der Apostelkirche an, an dem Lewe sowie Vertreter und Vertreterinnen der Ratsfraktionen mitwirkten. Die Predigt hielt der evangelische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Pfarrer Martin Mustroph.

Am heutigen Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wehen die Flaggen von Europa, Bund und Land NRW an Dienst- und Schulgebäuden in Münster auf halbmast oder mit Trauerflor.

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