Foto: (Sandra Then): Artur Spannagel, Luise Zieger und Daryna Mavlenko in Elfriede Jelineks Stück "Der Endsieg".
„An den Ufern türmt es sich bereits, das Meer der Unterdrückten, die endlich wieder selber drücken dürfen, von unten nach oben und dann, erst recht, von oben nach unten. Der Herr wird bald kommen, oh, ich sehe, er ist sogar schon da!“ Die US-Amerikaner*innen haben Donald Trump erneut zu ihrem Präsidenten gewählt. Wer ist dieses „Volk“, das einen Mann wählt, den „neuen alten König“, der die Demokratie demontiert, dem Geld frönt, der chauvinistische Prinzipien ohne Rücksicht auf Minderheiten empathielos durchsetzt? Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek beobachtete die heiße Phase des Wahlkampfs und bezeugt in ihrem Text das Attentat auf Trump, verfolgt seine „Schatten“ und Unterstützer auf dem Weg zum Thron – und macht daraus ein hellsichtiges, bitterböses Stück Theaterliteratur. Sie hat schon früh gesehen, dass hinter Trump ein ganzes, jetzt besser vorbereitetes, System steckt, eine Ideologie, in der Elon Musk austauschbar ist und JD Vance sich in Stellung bringt, um den Republikanern eine nächste Legislaturperiode zu sichern.
Die Regie für die Spielzeiteröffnung im Schauspiel übernimmt Wilke Weermann, der damit sein kontinuierliches Arbeiten am Theater Münster fortsetzt. Nach der Romanbearbeitung von Sibylle Bergs RCE – #RemoteCodeExecution und der erfolgreichen Klassiker-Inszenierung Der zerbrochne Krug widmet sich Weermann nun der neuen Dramatik. Er beschäftigt sich, im Wissen um die politisch ernste Lage, mit dem Grotesken und Humorvollen in Jelineks Text und lässt ihn in einem Marslandungs-Filmset spielen. Welche Verschwörung, welcher Fake erwartet uns noch?
Weermann ist Autor, Übersetzer und Regisseur, sein Theaterstück Angstbeißer wurde 2019 mit dem Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet, seine Bearbeitung und Inszenierung von Fahrenheit 451 2018 zum Festival radikal jung am Münchner Volkstheater eingeladen. Beim Heidelberger Stückemarkt 2021 wurde er im Autor*innen-Wettbewerb mit seinem Stück Hypnos nominiert. 2025 wurde seine Übersetzung von Sam Max’ Double Serpent beim Berliner Theatertreffen gezeigt. Weermann inszeniert u.a. am Schauspiel Stuttgart, am Deutschen Theater Berlin sowie dem Schauspiel Frankfurt.












