13. Januar 2026 / Kunst & Kultur

Schauspiel: "Die gepanzerte Vernunft" von Arístides Vargas

Gastspiel des Tat Sachen Theater im Kleinen Bühnenboden am Freitag, 16.01., 20 Uhr und Samstag, 17.01., 20 Uhr

Foto: Thomas Mohn


Im Schauspiel „Die gepanzerte Vernunft“, verfasst vom argentinischen Theatermacher Arístides Vargas begegnen sich zwei Insassen einer Anstalt - möglicherweise im Gefängnis oder in einer geschlossenen Psychiatrie. Voll Furcht vor der Strafe und Unterdrückung ihrer Wächter beginnen sie miteinander die Abenteuer von Don Quijote und Sancho Panza zu spielen.

Szene für Szene gelingt es ihnen, sich im Rahmen dieser Erzählung und des Rollenspiels zu begegnen und chiffriert ihre Erfahrungen, Erlebnisse der Unterdrückung und Träume mit zu teilen.

In den 1970er Jahren wurde die Hälfte des Haftanstalt Rawson im Süden von Argentinien für politische Gefangene bestimmt. Die Versuche von ihren Wächtern und Folterern sie seelisch zu zerstören scheiterten bei etlichen Inhaftierten. Sie überstanden unter anderem durch geheime kulturelle Treffen, bei denen sie nach Formen suchten, Zeugnis ihrer Erfahrungen abzulegen. Dabei schufen die Gefangenen notgedrungen mit der Einschränkung ihrer Freiheit eine neue künstlerische Praxis. So nutzten sie als Format zur Erkundung und Erforschung von narrativen, gestischen und performativen Ausdrucksformen die Erzählung des Don Quijote.

Mit der deutschen Erstaufführung inszeniert das Tat Sachen Theater ein abenteuerliches Narrativ über die Notwendigkeit des Erzählens und der menschlichen Begegnung in Imagination und Vorstellungkraft. Dort, wo das schlimmste Grauen von Gefangenschaft und Folter keinen Zugang findet, Entfremdung und Plünderung des menschlichen Geistes nicht gelingen, finden die Phantasien von ersehnten zukünftigen sozialen Orten ihren Raum.

Das kompromisslose und leidenschaftliche Schauspiel von Claudio Ayala wird durch absurde faszinierende Klangwelten des Musikers Jens Brülls untermalt. Die Figuren des Stückes proben wieder frei zu sein und bei ihrer Erprobung werden sie frei von den ständigen Angriffen auf die Vernunft, die ihren Alltag bestimmt.

Dauer: ca. 70 Minuten, keine Pause

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