8. August 2018 / Kunst & Kultur

Rolf Tiemann präsentiert seine "Komische Kunst" in der Raphaelsklinik

Während der Nacht der Museen und Galerien am 1. September sogar bis 24 Uhr geöffnet

Rolf Tiemann präsentiert seine "Komische Kunst" in der Raphaelsklinik

Der Künstler Rolf Tiemann (r.) und der Gastredner der Ausstellungseröffnung, Thomas Seifert (l.) neben einer der Arbeiten aus der aktuellen Ausstellung in der Raphaelsklinik

 

Manchmal ist das schon eine komische Sache mit der Kunst, vor allem dann, wenn sie von Rolf Tiemann kommt. Der studierte Mathematiker und Physiker hat sich der „Komischen Kunst“ verschrieben und stellt aktuell eine Auswahl seiner Arbeiten im Foyer der Raphaelsklinik aus. Zur aktuellen Wetterlage passend nimmt Tiemann mit gekonnter Leichtigkeit und viel Humor zum Teil aktuelle gesellschaftliche Ereignisse wie die aus deutscher Sicht verpatzte Fußball-Weltmeisterschaft aus Korn oder porträtiert den klassischen Spießbürger in seiner gewohnten Umgebung, gerne in tierischer Begleitung. Viele seiner Arbeiten verweisen auch auf historische Vorbilder wie Rubens, da Vinci oder Magritte, letzterer statt mit einem Apfel mit einem iPhone von Apple vor dem Gesicht. Eines seiner beliebtesten Bilder zeigt die Alt-Rocker Mick Jagger und Keith Richards im Altenheim mit Rollator, während ihre Pflegerin die berühmte Rolling-Stones-Zunge zeigt.

Den Hang zur Welt der Musik zeigte der Künstler bereits früh, als er im Jahr 1967 der Gitarrenlegende Jimi Hendrix nach einem Konzert in Herford eine Locke entriss, die er noch lange im Portmonee mit sich herumtrug. Später gehörte Tiemann zur Thekenmannschaft des legendären Musikclubs „Odeon“ an der Frauenstraße. „Das sind Spuren in seiner Biographie, die bei Rolf Tiemann auf ein veritables Doppelleben hinweisen“, erklärte der Gastredner der Ausstellungseröffnung, Thomas Seifert, und vermutete weiter: „Auf der einen Seite das geordnete, rationale Mathematikstudium, die Existenz als Studienrat am Gymnasium und auf der anderen Seite dieser subversive, etwas unbürgerliche Strang der Subkultur, der Musik, der Popkultur“. Dies sei, so Seifert, womöglich der Stoff, aus dem Humor entstehen kann.

Manche seiner Arbeiten zeigen geflügelte Worte, gewissermaßen auf Links gedreht: die Leseratte, Perlen vor die Säue, der Wortsalat. Es lohnt sich, die Arbeiten von Tiemann in aller Ruhe etwas länger zu betrachten. Manchmal erschließt sich der Witz erst auf den zweiten Blick.

Die Ausstellung ist im Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, bis zum 2. September kostenlos zu sehen. Während der Nacht der Museen und Galerien am 1. September ist die Ausstellung bis 24 Uhr geöffnet.

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