Foto: v. li. Andrii Liutyk, Physical Therapist; Denys Dmytriv, Physical Therapist; Ivanna Yurynets, Psychologist; Dr. med. Ingo Liebert, med. Geschäftsführung, ZaR Münster; Christoph Wolters, kaufm. Geschäftsführung, ZaR Münster; Larysa Shust, Doctor of Physical and Rehabilitation Medicine; Nataliia Romaniuk, Neurologist
Vergangene Woche jährte sich der großangelegte Angriff Russlands auf die Ukraine zum vierten Mal – ein trauriger Anlass, der im Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZaR) in Münster gleichzeitig von einer starken Botschaft der Solidarität begleitet wurde: Eine fünfköpfige Delegation aus Lwiw (Lemberg) besuchte das Reha-Zentrum, um sich über moderne ambulante Reha-Konzepte zu informieren.
Die Gäste kamen aus dem UNBROKEN Reha-Zentrum in Lwiw, der größten medizinischen Einrichtung der Ukraine. Hier erhalten Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilistinnen und Zivilisten – Erwachsene und Kinder – eine umfassende Behandlung: von der Notfallversorgung über Prothesen bis hin zur psychologischen Rehabilitation. Seit Beginn der großangelegten Invasion wurden hier über 20.000 verwundete Ukrainerinnen und Ukrainer behandelt, darunter 360 Kinder. Zu den Schwerpunkten des Zentrums gehören rekonstruktive Chirurgie, Orthopädie und Prothetik. Das Zentrum bietet zudem physische, psychische und psychosoziale Rehabilitation an.
Die Delegation bestand aus zwei Ärztinnen, einer Neuropsychologin sowie zwei Physiotherapeuten: „Für uns ist es beeindruckend zu sehen, wie organisiert und vernetzt die ambulante Rehabilitation hier funktioniert“, berichtete Natalia Romaniuk, Neurologin im UNBROKEN Reha-Zentrum. Besonders interessierten sich die Gäste für strukturierte Reha-Pläne, interdisziplinäre Fallbesprechungen und die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen unter einem Dach.
UNBROKEN: Reha für ein Land im Krieg
UNBROKEN verfolgt ein ganzheitliches Konzept: Von Akutbehandlung und Operationen über Prothetik und Physio- bzw. Ergotherapie bis hin zu psychologischer Begleitung und sozialer Reintegration sollen Patientinnen und Patienten wieder ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Internationale Partnerschaften – etwa mit Kliniken und Reha-Einrichtungen in Europa – spielen eine wichtige Rolle, um Know-how, Technik und Erfahrung nach Lwiw zu bringen.
Solidarität aus Münster – und ein Blick nach vorn
Gerade im Schatten des Jahrestags des Angriffs auf die Ukraine setzt der Besuch der UNBROKEN-Delegation ein wichtiges Zeichen: Münster schaut nicht nur betroffen auf die Nachrichten, sondern teilt Wissen, Erfahrung und ein Stück Hoffnung – für Menschen, deren Alltag vom Krieg gezeichnet ist, die aber nicht bereit sind, sich brechen zu lassen. Oder, in den Worten der Gäste aus Lwiw: „Wir wollen, dass unsere Patientinnen und Patienten nicht nur überleben, sondern wieder leben. UNBROKEN eben.“












