Foto (Marcel Guthier): Carola von Seckendorff und Clara Kroneck in Heartship unter der Regie von Anaïs-Manon Mazić.
Die Augenärztin und alleinerziehende Mutter Ann Kudann sieht Sara Sams zum ersten Mal auf der Bühne der Kneipe „Heartship“. Sara tritt regelmäßig mit einem Stand-Up-Comedy-Programm auf, bei dem sie sich humorvoll und wütend gegen das Patriarchat auflehnt. Sofort fühlt sich Ann zu Sara, ihrem Humor und ihrer Furchtlosigkeit hingezogen. Als sie sich dann zufällig beim Aerobic-Kurs kennenlernen, entwickelt sich – zwischen Alltag und Selbstoptimierung – eine Beziehung, die mehr als platonische Freundschaft und anders als eine klassische romantische Liebe ist. Behutsam kommen sich Sara und Ann näher, erzählen von Expartnern, Übergriffen am Arbeitsplatz und Krankheiten, die vor allem Frauen betreffen. Währenddessen segeln sie von Friendship über Situationship bis Heartship und fragen sich: „Wieso können Zungenküsse nicht die liebevolle, zärtliche Antwort der Frauen auf bro-mäßiges Schulterklopfen sein?“
Die vielfach ausgezeichnete Theaterautorin Caren Jeß (u.a. Mülheimer Dramatikpreis 2023) hat ein Stück über liebende und zornige Frauen geschrieben und ihnen ein Mikrofon gegeben, durch das sie pointenreich ihrer Wut und ihrer Zärtlichkeit freien Lauf lassen.
Anaïs-Manon Mazić ist Regisseurin, Wissenschaftlerin und Performerin. Sie studierte zuerst Neurowissenschaften, dann Regie an der Folkwang Universität der Künste. Sie interessiert sich für die Schnittstelle zwischen Kunst & Wissenschaft und sucht neurowissenschaftliche Perspektiven auf die Theaterstücke, die sie bearbeitet. Am Theater Münster hat sie zum ersten Mal im Rahmen des Langen Wochenende der Neuen Dramatik 2023 inszeniert und kehrt nun zurück nach Münster, um das Studio des Theater Münster in eine Kneipe, ein Labor – ein Heartship zu verwandeln.











