Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen haben Viehdiebe Dutzende Rinder von Weiden in Südbrandenburg gestohlen. Landesbauernpräsident Henrik Wendorff hält es für wahrscheinlich, dass die Tiere illegal im Ausland geschlachtet werden, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Da muss man davon ausgehen, dass eine Truppe unterwegs ist, die das professionell macht.» Am Dienstag wurde die Polizei informiert, dass in dem kleinen Dorf Grano im Spree-Neiße-Kreis unweit der polnischen Grenze Rinder von der Weide verschwunden seien. Der betroffene Landwirt sagte der dpa, es seien 31 Rinder gestohlen worden. «Das ist ein absoluter Schock. Es waren richtig hochwertige Zuchttiere.» Die Tiere seien über Nacht mit einem Laster abtransportiert worden. Der wirtschaftliche Schaden liegt nach Angaben der Polizei im sechsstelligen Eurobereich. Nach einer ersten Spurensicherung übernahm die Kriminalpolizei weiterführende Ermittlungen. Erst vor einigen Tagen meldete die Polizei, dass im Örtchen Raddusch im Kreis Oberspreewald-Lausitz 48 Rinder gestohlen wurden. Der Wert: 75.000 Euro. Im Elbe-Elster-Kreis waren im April sogar 70 Weide-Rinder verschwunden, dort wurde der Schaden mit rund 50.000 Euro angegeben. Der Präsident des Landesbauernverbandes, Wendorff, sagte, eine legale Verwertung gestohlener Tiere innerhalb Deutschlands sei nahezu unmöglich: Jedes Rind trage eine Ohrmarke und sei in einer Datenbank erfasst. «Ohne Registrierung ist eine legale Schlachtung nicht möglich.» Deshalb liege der Verdacht nahe, dass die Tiere ins Ausland gebracht würden, möglicherweise sogar außerhalb der Europäischen Union, meinte Wendorff. Für einen solchen Diebstahl sei ein spezialisierter Lkw für den Tiertransport notwendig. «Wenn man es professionell macht, kriegt man die Tiere in einer Nacht auch verladen», sagte der Verbandspräsident. Die Preise für Rindfleisch sind derzeit gut. «Eine gute Kuh kann Erlöse von mehr als 2.000 Euro bringen.» Die Landwirte in Südbrandenburg werden ihm zufolge ihre Weiden nun wahrscheinlich häufiger kontrollieren. Die Überwachung großer Weideflächen mit Videokameras hält Wendorff für schwierig.Landwirt: «Das ist ein absoluter Schock»
Bauernpräsident: Alle Rinder sind registriert
Wendorff: In einer Nacht zu schaffen
Bildnachweis: © Frank Hammerschmidt/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Viehdiebe holen Rinder von der Weide - Bande am Werk?
Dutzende Rinder verschwinden über Nacht von einer Weide. Viehdiebe schlagen im südlichen Brandenburg das dritte Mal zu. Führt die Spur ins Ausland?
Meistgelesene Artikel
- 1. August 2026
Partielle Sonnenfinsternis über Münster
Vortrag im LWL-Planetarium
- 1. August 2026
Schon jetzt mehr Blitze als 2025 insgesamt
Vergangenes Jahr war außergewöhnlich blitzarm. Das kann man von 2026 nicht behaupten - allerdings gibt es große regionale Unterschiede.
- 31. Juli 2026
Dürre in Bulgarien bringt Mammutknochen ans Licht
Millionen Europäer stöhnen in der unsäglichen Hitze. Doch Bulgariens Archäologen freuen sich: Der niedrige Wasserstand der Donau enthüllt Mammutreste.
Neueste Artikel
- 17. August 2026
Langzeitstudie: Ton im Straßenverkehr wird immer rauer
Die Aggressivität im Straßenverkehr nimmt einer Umfrage zufolge zu - nicht nur unter Autofahrern.
- 17. August 2026
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Das Feuer aus Belgien rückt nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber dennoch weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 17. August 2026
Langzeitstudie: Ton im Straßenverkehr wird immer rauer
Die Aggressivität im Straßenverkehr nimmt einer Umfrage zufolge zu - nicht nur unter Autofahrern.
- 17. August 2026
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Das Feuer aus Belgien rückt nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber dennoch weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.











