5. April 2024 / Aus aller Welt

Taiwan: Weitere Tote nach Erdbeben entdeckt

Die Rettungskräfte suchen unermüdlich weiter nach Vermissten. In einem Nationalpark harren noch mehrere Deutsche. Laut einem Experten ist die Gefahr noch nicht gebannt.

Ein teilweise eingestürztes Gebäude in Hualien. Taiwan liegt am Rand zweier tektonischer Platten und ist deshalb ein erdbebengefährdetes Gebiet.
Veröffentlicht am 5. April 2024 um 09:25 Uhr

Nach dem schwersten Erdbeben in Taiwan seit fast 25 Jahren haben Rettungskräfte zwei weitere Todesopfer ausfindig gemacht. Die beiden seien zwischen riesigen Felsen auf einem Pfad des Taroko-Nationalparks im stark betroffenen osttaiwanischen Kreis Hualien gefunden worden, teilte die Feuerwehr mit. Bislang bestätigten die Behörden offiziell zehn Tote.

Dem jüngsten Bericht zufolge galten weitere 1115 Menschen als verletzt und Hunderte an von der Außenwelt abgeschnitten Orten als gefangen. Viele von ihnen saßen in einem Hotel des Nationalparks fest, darunter auch 18 Deutsche und eine Person aus der Schweiz.

Die Behörden begannen mit Hubschraubern Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente dorthin zu fliegen und erste Menschen aus dem Gebiet zu evakuieren. Mehr als ein Dutzend Leute wurden noch vermisst, darunter auch drei Staatsbürger aus Kanada und Australien.

Hunderte Nachbeben

Erdrutsche durch das nach taiwanischen Angaben 7,2 starke Beben hatten Straßen unpassierbar gemacht. Besonders schlimm waren die Stadt und der gleichnamige Kreis Hualien betroffen. Das Epizentrum des Bebens lag nur wenige Kilometer von dort auf dem Meer. Seit Mittwoch verzeichnete die taiwanische Wetterbehörde mehr als 480 Nachbeben. Der Direktor des seismologischen Zentrums der Behörde, Wu Chien-fu, sagte, weitere starke Nachbeben könnten noch nicht ausgeschlossen werden.

Taiwan liegt am Rand zweier tektonischer Platten und ist deshalb ein erdbebengefährdetes Gebiet. 1999 kamen bei einem Beben der Stärke 7,3 mehr als 2400 Menschen ums Leben. Taiwan investierte danach in Erdbebenprävention, gab mehr Geld für Bildungsprogramme für Katastrophenfälle aus oder erweiterte seine Beobachtungsstationen für seismische Aktivitäten aus.


Bildnachweis: © Chiang Ying-ying/AP
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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