11. Juli 2024 / Aus aller Welt

Seltener Buckelwal tummelt sich in der südlichen Nordsee

Ein junger Buckelwal ist kürzlich in der Nordsee entdeckt worden. Sichtungen dieser großen Meeressäuger sind vor den deutschen Küsten eher selten. Ist das flache Wattenmeer eine Gefahr für den Wal?

Ein junger Buckelwal ist kürzlich in der Nordsee entdeckt worden. Das ist durchaus ungewöhnlich.

Ein in der deutschen Nordsee selten vorkommender Buckelwal ist vor der ostfriesischen Insel Baltrum gesichtet worden. Die Besatzung eines Vermessungsschiffes habe Ende Juni eine Aufnahme von dem Tier gemacht, sagte Thea Hamm, zuständig für Meeressäuger bei der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer in Wilhelmshaven. Demnach handelt es sich eindeutig um einen jüngeren Buckelwal. «Das sind ganz seltene Gäste in der Deutschen Bucht», sagte die Expertin. Mehrere Medien hatten zuvor über die Sichtung berichtet.

Buckelwale werden 12 bis 15 Meter lang und können bis zu 30 Tonnen wiegen. Sie leben in polaren Meeren und ziehen zum Kalben bis in tropische Gewässer. «Dafür müssen sie hin- und herwandern», sagte Hamm. Die genauen Routen seien nicht bekannt, meistens würden die Buckelwale etwa von Island und Norwegen aus westlich der britischen Inseln ziehen. «Jungtiere probieren mehr aus als ausgewachsene Tiere», sagte die Biologin. Möglicherweise sei das Jungtier für eine andere Route durch die Nordsee «abgebogen».

Wissenschaftler sehen ebenfalls Buckelwal

Vor rund sechs Wochen wurde schon einmal ein Buckelwal in der Nordsee gesichtet. Wissenschaftler des Bundesamts für Naturschutz untersuchen zurzeit in einem Forschungsprojekt, wie verbreitet Wale in der Nordsee sind. Von einem Schiff aus registrierten die Experten einer Mitteilung zufolge Dutzende Sichtungen von Minkwalen, Schweinswalen und auch die eines Buckelwals. Das Gebiet, das die Forscher untersuchen, die Doggerbank, liegt allerdings weiter in der zentralen Nordsee - etwa 250 Kilometer vor Helgoland.

Buckelwale eher selten zu Gast im Wattenmeer

Buckelwale werden immer mal wieder vor den deutschen Küsten gesichtet. Anfang April erregte etwa ein Tier an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste Aufsehen. Damals drehte der Wal Runden in der Flensburger und Kieler Förde. Experten des Naturschutzbundes Nabu gingen davon aus, dass wohl Heringsschwärme den Wal an die Ostseeküste gelockt hatten.

Im Wattenmeer gibt es nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer seit 2003 fast jährlich Sichtungen von einzelnen Tieren an der niederländischen Küste. Im Winter 2012 war ein zwölf Meter großer Buckelwal auf einer Sandbank vor der Insel Texel im flachen Wattenmeer gestrandet - und trotz aller Rettungsbemühungen gestorben.


Bildnachweis: © Silvia Izquierdo/AP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

LVM-Preußenstadion: Abriss der Nordtribüne startet
Sport

Neue Tribüne entsteht während der kommenden Saison / Eingangsbereich an der Hammer Straße wird umgebaut

weiterlesen...
Westfalen AG und SC Preußen Münster verlängern Exklusivpartnerschaft bis 2030
Sport

Das Münsteraner Familienunternehmen freut sich auf die Fortsetzung der starken Partnerschaft

weiterlesen...

Neueste Artikel

Bombendrohung in Konstanz: Verdächtiger Gegenstand gefunden
Aus aller Welt

Nach einer Bombendrohung sind an der Grenze zur Schweiz Teile eines 24-Stunden-Flohmarkts und der Bahnhof gesperrt. Bei Durchsuchungen macht die Polizei einen Fund.

weiterlesen...
Nach Beben auf Philippinen: Zahl der Toten steigt auf 61
Aus aller Welt

Das weltweit stärkste Beben des Jahres traf am Montag Teile der Insel Mindanao im Süden der Philippinen. Auch Tage später werden dort immer noch Leichen geborgen. Einige Dörfer sind nicht erreichbar.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Bombendrohung in Konstanz: Verdächtiger Gegenstand gefunden
Aus aller Welt

Nach einer Bombendrohung sind an der Grenze zur Schweiz Teile eines 24-Stunden-Flohmarkts und der Bahnhof gesperrt. Bei Durchsuchungen macht die Polizei einen Fund.

weiterlesen...
Nach Beben auf Philippinen: Zahl der Toten steigt auf 61
Aus aller Welt

Das weltweit stärkste Beben des Jahres traf am Montag Teile der Insel Mindanao im Süden der Philippinen. Auch Tage später werden dort immer noch Leichen geborgen. Einige Dörfer sind nicht erreichbar.

weiterlesen...