21. April 2022 / Aus aller Welt

RKI: Rückläufige Corona-Trends - Weniger Tests vor Ostern

Zuletzt sind in Deutschland laut RKI immer weniger PCR-Tests durchgeführt worden. Das hängt wohl auch mit den Osterfeiertagen zusammen. Der Infektionsdruck bleibt jedoch trotz sinkender Corona-Inzidenz hoch.

Eine Mitarbeiterin einer Teststation nimmt einen Abstrich.
Veröffentlicht am 21. April 2022 um 21:12 Uhr

Trotz rückläufiger Trends bei mehreren Corona-Indikatoren sieht das Robert Koch-Institut (RKI) nach wie vor einen hohen Infektionsdruck in der Bevölkerung.

Vergangene Kalenderwoche seien mehr als 750.000 Covid-19-Fälle gemeldet worden, geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor. Demnach ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz im Wochenvergleich um knapp ein Viertel gesunken. Auch Kennzahlen zu Krankenhausaufnahmen und zu Ausbrüchen in Einrichtungen nähmen ab, hieß es.

Der Bericht zeigt auch, dass in mehr als 200 Laboren bundesweit zuletzt immer weniger PCR-Tests durchgeführt wurden, auf denen die offiziellen Statistiken beruhen: Nachdem die Anzahl im März teils sehr deutlich mehr als 2 Millionen pro Woche betragen hatte, waren es in der Woche vor Ostern nur noch rund 1,1 Millionen. Der deutliche Rückgang sei auch mitbedingt durch den Feiertag Karfreitag, schreibt das RKI. Laut Bericht fiel mehr als jeder zweite Test (rund 55 Prozent) positiv aus, das ist ungefähr so viel wie im März. Es werden vorrangig Menschen mit Symptomen getestet.

Experten: Viele nicht erfasste Fälle

Experten gehen seit einiger Zeit von vielen nicht erfassten Fällen aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil auf positive Schnelltests nicht immer ein Labortest folgt. Am Donnerstag bekräftigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, tatsächlich gebe es derzeit wohl etwa zweimal so viele Fälle, wie offiziell ausgewiesen werden. Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes nannte diese Größenordnung.

Das RKI betont im Bericht zum wiederholten Mal, dass es weder möglich noch notwendig sei, jeden Einzelfall im Meldesystem zu erfassen. Die Gesamtentwicklung könne auch dank weiterer berücksichtigter Daten zuverlässig eingeschätzt werden.


Bildnachweis: © Hauke-Christian Dittrich/dpa
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