Nach dem Brand in einer Großraum-Disco in Kehl bei Offenburg schließt die Polizei auch sprühende Partyfontänen als Brandursache nicht aus. Bislang sei völlig unklar, was die Flammen ausgelöst haben könnte, betonte ein Polizeisprecher. Aber es würden auch Videos geprüft, die aus der Nacht des Brandes stammen sollen und auf denen solche Fontänen zu sehen seien. Es werde allerdings ebenso ermittelt, ob ein technischer Defekt oder ein anderer Grund verantwortlich sein könnte. Kriminaltechniker werden nach Polizeiangaben erst in den kommenden Tagen mit den Ermittlungen am Brandort beginnen. Das weckt vor allem Erinnerungen an das Silvester-Info im schweizerischen Crans Montana: Dort hatten solche Fontänen Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt und einen verheerenden Brand ausgelöst, bei dem 41 Menschen ums Leben kamen. Diese Katastrophe beschäftigt noch immer die Öffentlichkeit und die Behörden in der Schweiz. Bei dem Brand in Kehl am frühen Sonntagmorgen hatten sich 750 Menschen aus der Halle selbst in Sicherheit bringen können, niemand wurde schwerer verletzt. Nach Angaben der Polizei entstand nach ersten Schätzungen ein Schaden im unteren einstelligen Millionenbereich. Das Feuer hatte sich über beide Stockwerke des Betriebes unweit der französischen Grenze erstreckt und das gesamte Gebäude zerstört. Gäste des Kehler Clubs berichten, wie schnell die Lage eskalierte. «Es fühlte sich an, als würden wir die Szenen aus Crans-Montana noch einmal erleben», zitiert die elsässische Tageszeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace» einen Gast. Sie habe zunächst nicht richtig verstanden, was los sei, sagte die junge Frau. «Erst nach ein paar Sekunden sah ich, wie sich das Feuer an der Decke ausbreitete. Alles ging so schnell.» Eine weitere Besucherin war mitten auf der Tanzfläche, als ein Freund die Flammen an der Decke gesehen habe, wie sie dem Blatt sagte. «Ich konnte den Blick nicht von den Flammen abwenden. Zum Glück war er da und holte mich in die Realität zurück.» Kriminaltechniker werden nach Polizeiangaben erst in den kommenden Tagen in den Trümmern des ausgebrannten und eingestürzten Clubs nach dem Grund für das Feuer suchen. «Das Gelände ist beschlagnahmt und abgesperrt», sagte ein Sprecher der Polizei in Offenburg. Aber das Areal sei groß, das Ausmaß des Schadens enorm und der Zustand der Halle schlecht. «Da müssen die Experten zunächst ihre Maßnahmen koordinieren, bevor sie reingehen», sagte der Polizeisprecher. Es wird eine komplizierte Suche: Denn das Feuer hatte den Club in der Nacht zum Sonntag weitgehend zerstört. Vor allem der hintere Teil der Halle liegt in Schutt und Asche. Bagger mussten in den Stunden nach dem Ausbruch Wände der Halle im Industriegebiet einreißen, damit die Feuerwehr die letzten Glutnester löschen konnte. Die Halle sei «nicht mehr zu retten», sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr am Sonntagabend.Erinnerungen an Crans Montana
Besucherin: «Alles ging so schnell»
Feuerwehr: «Halle ist nicht mehr zu retten»
Bildnachweis: © -/Feuerwehr Kehl/dpa
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Polizei prüft auch Partyfontänen als Grund für Disco-Brand
Sprühende Partyfontänen oder doch ein technischer Defekt? Nach dem Disco-Großbrand in Kehl stehen die Ermittler noch vor einem Rätsel – und Gäste berichten von dramatischen Sekunden.
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