5. November 2025 / Aus aller Welt

Polizei sucht Opfer von Online-Nötigung durch 16-Jährigen

Es erinnert an «White Tiger»: Ein Jugendlicher aus Württemberg soll Menschen über Online-Spiele kontaktiert und so manipuliert haben, dass sich einige selbst verletzten. Die Ermittlungen sind komplex.

Die Ermittler suchen nach Opfern eines festgenommenen 16-Jährigen. (Archivbild)

Nach der Festnahme eines 16-Jährigen, der Jugendliche über Online-Spiele zu Selbstverletzungen genötigt haben soll, suchen die Ermittler die Opfer. Bei keinem der elf bekannten Fälle seien bisher die tatsächlichen Namen und Adressen klar, sagte ein Sprecher des Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg in Karlsruhe. 

Beweismittel werden ausgewertet

«Wir haben bislang nur Hinweise», sagte er. Manche der Betroffenen könnten demnach im Ausland leben. Um die dortigen Behörden einzubinden, seien Rechtshilfeverfahren nötig. Darüber hinaus könnte es Opfer geben, auf die nach derzeitigem Stand der Ermittlungen noch gar nichts hindeutet. 

Der 16-Jährige war den Angaben nach Anfang Oktober im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg festgenommen worden. Bei ihm seien Beweismittel sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden, sagte der Sprecher. Auch hier hoffen die Ermittler auf Erkenntnisse.

Fünf Fälle von Selbstverletzungen

Der Teenager soll einer Splittergruppe des kriminellen Online-Netzwerkes 764 angehören, zu dem auch der in Hamburg unter anderem wegen Mordes angeklagte «White Tiger» zählte. Die Gruppierung habe es insbesondere auf Kinder und Jugendliche abgesehen, hatten die baden-württembergischen Behörden am Dienstag mitgeteilt. Der Verdächtige soll seine Opfer über Online-Spiele kontaktiert haben, um sie zu selbstverletzenden Handlungen zu verleiten.

Der 16-Jährige sei in Untersuchungshaft gekommen. Die Behörden werfen ihm mitgliedschaftliche Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung sowie gefährliche Körperverletzung vor. Der Jugendliche habe in mindestens elf Fällen Kontakt zu potenziellen Opfern gesucht. In fünf Fällen hätten sich diese verletzt.


Bildnachweis: © Uli Deck/dpa
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