11. Januar 2023 / Aus aller Welt

Plädoyers im Prozess um Doppelmord von Mistelbach gehalten

Ein Jahr ist es her, da soll ein junger Mann die Eltern seiner Freundin im Schlaf überrascht und erstochen haben. Auch die Tochter des getöteten Ärztepaars steht vor Gericht.

Eine angeklagte junge Frau (r) und ein angeklagter junger Mann (l) sitzen vor Prozessbeginn im Sitzungssaal im Landgericht Bayreuth (Archivbild).
Veröffentlicht am 11. Januar 2023 um 16:28 Uhr

Ein Jahr nach dem Doppelmord an einem Ärztepaar in Mistelbach soll am 23. Januar das Urteil gegen die angeklagte Tochter und ihren Freund verkündet werden. Am Mittwoch wurden vor dem Landgericht Bayreuth die Plädoyers gehalten, wie ein Sprecher mitteilte. Verhandelt wurde wegen des Alters der Angeklagten ohne Öffentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft forderte die Kammer demnach auf, die Angeklagten wegen «mittäterschaftlich begangenen Mordes in zwei tatmehrheitlichen Fällen» schuldig zu sprechen.

Der Angeklagte soll die Eltern seiner Freundin im Schlaf überrascht und erstochen haben, die Angeklagte soll derweil ihre Geschwister davon abgehalten haben einzuschreiten. Zum Prozessauftakt im vergangenen Oktober hatte die Staatsanwalt den beiden vorgeworfen, die Tat geplant zu haben. Der 51 Jahre alte Kinderarzt und seine 47 Jahre alte Frau, die ebenfalls Ärztin war, starben in der Nacht zum 9. Januar 2022 durch eine Vielzahl von Stichen in Brust-, Hals- und Gesichtsbereich, wie die Staatsanwaltschaft erläutert hatte.

Der 19-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft wegen der besonderen Schwere der Schuld zu einer Jugendstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten verurteilt werden. Für die 17 Jahre alte Angeklagte forderte die Staatsanwaltschaft 9 Jahre und 6 Monate. Ihr Verteidiger dagegen verlangte einen Freispruch, da ihre Mittäterschaft nicht erwiesen sei. Der Verteidiger des 19-Jährigen sprach sich für eine Haftstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten aus.


Picture credit: © Daniel Karmann/dpa
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