Mehr als 26 Jahre nach dem Untergang des Tankers «Erika» und der darauffolgenden schlimmen Ölpest vor Frankreichs Westküste hat die Marine zwei Risse in dem Wrack abgedichtet. Damit solle das Austreten von im Wrack verbliebenem Schweröl in die Umwelt verhindert werden, teilte die maritime Präfektur in Brest mit. Im Januar waren an Stränden der Region erneut Vögel entdeckt worden, die mit Öl verschmutzt waren, das nach Experteneinschätzung aus dem Wrack der «Erika» stammt. Die «Erika» war im Dezember 1999 bei einem Sturm im Golf von Biscaya auseinandergebrochen. Mehr als 20.000 Tonnen Schweröl verschmutzten etwa 400 Kilometer der französischen Küste und bis zu 150.000 Vögel starben an der Folge der Ölpest. In den beiden jeweils 90 und 130 Metern tief auf dem Meeresboden liegenden Wrackteilen verblieben Reste des geladenen Öls in schwer zugänglichen Bereichen, obwohl das allermeiste nach der Havarie abgepumpt wurde. Mit Hilfe eines ferngesteuerten Unterwasserroboters seien die beiden Wrackteile auf ihren Zustand und ihre Unversehrtheit hin untersucht worden, erläuterte die Präfektur. An den festgestellten Rissen seien dann Abdichtungsvorrichtungen installiert worden. Aufgrund der starken Strömung und schlechten Sichtverhältnissen sei der Einsatz sehr anspruchsvoll gewesen. Der französische Vogelschutzbund (LPO) hatte Ende Januar Alarm geschlagen, weil an der Küste auch Jahrzehnte nach dem Untergang der «Erika» und eines weiteren Tankers ölverschmutzte Vögel gefunden wurden. Dies zeuge von einer anhaltenden Umweltverschmutzung, die die Artenvielfalt bedrohe. Die maritime Präfektur erklärte daraufhin, dass seit dem Sommer 2000 ein dauerhaftes Überwachungssystem für das betroffene Gebiet eingerichtet worden sei, wobei Schiffe, Flugzeuge und Satelliten zum Einsatz kämen. Obwohl zunächst kein Ölaustritt festgestellt wurde, entschied die Behörde sich zu dem jetzt erfolgten Einsatz am Wrack.Unterwasserroboter dichtet Risse in Tanker-Wrack
Bildnachweis: © Marine Nationale/AFP/epa/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Nach Havarie der «Erika» 1999 - Marine stopft Risse am Wrack
Ölverschmutzte Vögel an Frankreichs Stränden geben Anlass zur Sorge. Nun greift die Marine ein und sichert das Wrack der «Erika» – Jahrzehnte nach der Katastrophe.
Meistgelesene Artikel
- 1. August 2026
Partielle Sonnenfinsternis über Münster
Vortrag im LWL-Planetarium
- 1. August 2026
Schon jetzt mehr Blitze als 2025 insgesamt
Vergangenes Jahr war außergewöhnlich blitzarm. Das kann man von 2026 nicht behaupten - allerdings gibt es große regionale Unterschiede.
- 31. Juli 2026
Dürre in Bulgarien bringt Mammutknochen ans Licht
Millionen Europäer stöhnen in der unsäglichen Hitze. Doch Bulgariens Archäologen freuen sich: Der niedrige Wasserstand der Donau enthüllt Mammutreste.
Neueste Artikel
- 18. August 2026
Lufthansa-Airbus setzt bei Landung in München zu früh auf
Erneut beschädigt ein Großraumjet die Landebahn in München. Menschen kommen aber nicht zu Schaden. Die Suche nach den Ursachen hat begonnen.
- 18. August 2026
1.400 Jahre alte Überreste bei Ausgrabungen in Peru entdeckt
Mitten in der peruanischen Hauptstadt Lima kommt es zu einem archäologischen Fund. Dieser soll neue Einblicke in die rituellen Praktiken in Huaca Pucllana liefern.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 18. August 2026
Lufthansa-Airbus setzt bei Landung in München zu früh auf
Erneut beschädigt ein Großraumjet die Landebahn in München. Menschen kommen aber nicht zu Schaden. Die Suche nach den Ursachen hat begonnen.
- 18. August 2026
1.400 Jahre alte Überreste bei Ausgrabungen in Peru entdeckt
Mitten in der peruanischen Hauptstadt Lima kommt es zu einem archäologischen Fund. Dieser soll neue Einblicke in die rituellen Praktiken in Huaca Pucllana liefern.












