15. Mai 2024 / Aus aller Welt

Nach Überfall auf Gefangenentransport: Häftling flüchtig

Es klingt wie ein Gangsterfilm: Vermummte Gestalten attackieren einen Gefangenentransport, erschießen zwei Beamte und befreien den Häftling. Nun sucht Frankreich die Täter.

Gerichtsmediziner und Polizisten am Ort des Angriffs an einer Mautstelle in Nordfrankreich.

Nach dem Überfall auf einen Gefangenentransport mit zwei Toten in Frankreich wird weiter nach den Tätern und dem befreiten Häftling gesucht. Es würden «beispiellose Mittel der internationalen Zusammenarbeit und der Kriminalpolizei» mobilisiert, versicherte Innenminister Gérald Darmanin im Sender RTL.

Am Dienstag war in der Region Eure in der Normandie ein Gefangenentransport an einer Mautstelle überfallen und beschossen worden. Ein Auto rammte den Transporter von vorne und zwang ihn so zum Stopp. Ein anderes Fahrzeug kam von hinten. Die Angreifer schossen mit Maschinengewehren auf den Transporter und töteten zwei Beamte. Drei weitere wurden schwer verletzt. Einer der beiden getöteten Beamten hinterlässt zwei Kinder, der andere eine Frau, die im fünften Monat schwanger ist. 

Der Häftling konnte daraufhin zusammen mit den vier Angreifern fliehen. Der 30-Jährige mit dem Spitznamen «Die Fliege» wurde zuvor unter anderem wegen Einbruchs und schweren Diebstahls zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wird ihm in anderen Fällen vorsätzliche Tötung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Medienberichten zufolge hat er Kontakte zum organisierten Verbrechen. Kurz zuvor hatte er demnach versucht, in seiner Zelle die Gitterstäbe durchzusägen, um sich zu befreien.

Wenige Kilometer entfernt wurden inzwischen zwei Autos aufgefunden, bei denen es sich um die Fluchtfahrzeuge handeln könnte. Von den Tätern fehlte allerdings jede Spur. Interpol schrieb den Mann am Mittwoch zur Fahndung aus. Der Gefangenentransport wurde nicht von der Polizei eskortiert - Gewerkschaften fordern nun besseren Schutz von Strafvollzugsbeamten und mehr Personal und protestierten vor Gefängnissen landesweit. 


Bildnachweis: © Alain Jocard/AFP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Schwerer Raub auf Ankaufsgeschäft
Polizeimeldungen

Polizei sucht mit Phantombild nach Tatverdächtigem

weiterlesen...
Kronprinzenstraße: Asphalt ersetzt Kopfsteinpflaster
Allgemein

Baumaßnahme am 23. und 24. April / Mehr Komfort für Radfahrerinnen und Radfahrer

weiterlesen...

Neueste Artikel

Halterin in London von eigenen Hunden totgebissen
Aus aller Welt

Nach dem deutlichen Anstieg von Hundeattacken ist die Haltung von Xl Bullys in Großbritannien nur noch unter strikten Auflagen erlaubt. Jetzt gibt es wieder einen tödlichen Vorfall.

weiterlesen...
Konzert
Kunst & Kultur

Eintauchen in die Tiefen des Ozeans mit Live-Musik im LWL-Planetarium

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Halterin in London von eigenen Hunden totgebissen
Aus aller Welt

Nach dem deutlichen Anstieg von Hundeattacken ist die Haltung von Xl Bullys in Großbritannien nur noch unter strikten Auflagen erlaubt. Jetzt gibt es wieder einen tödlichen Vorfall.

weiterlesen...
Prozess wegen Gefangenenbefreiung beginnt
Aus aller Welt

Ein Häftling aus Mannheim nutzt einen Arztbesuch in Ludwigshafen zur Flucht. Hilfe kommt wohl von einem Komplizen und einer damaligen JVA-Mitarbeiterin. Beide sagen zu Prozessbeginn aus.

weiterlesen...