Es ist Chinas verheerendstes Minenunglück seit über 16 Jahren: Nach einer Gasexplosion in einer Kohlemine in der nordchinesischen Provinz Shanxi sind laut chinesischen Staatsmedien mindestens 90 Menschen gestorben. Ob nach wie vor weitere Personen in dem Kohlebergwerk eingeschlossen sind, ist bislang unklar. Möglicherweise könnte sich die Anzahl an Toten erneut erhöhen. Die Rettungsarbeiten laufen auch über 20 Stunden nach der Gasexplosion weiter unter Hochdruck. Laut Angaben chinesischer Staatsmedien sollen rund 750 Einsatzkräfte mobilisiert worden sein. Demnach sind die Verletzungen der meisten Patienten, die derzeit in den umliegenden Krankenhäusern behandelt werden, durch Giftgase verursacht worden. Tatsächlich bleiben weiterhin viele Fragen rund um das Unglück offen. Am Samstagmorgen hieß es zunächst, dass insgesamt 201 Menschen aus der Mine geborgen wurden, darunter acht Tote. Warum die Todeszahl derart schlagartig nach oben korrigiert wurde, ist bislang unklar. Chinas Staatschef Xi Jinping forderte unterdessen eine gründliche Untersuchung der Unfallursache. Verantwortliche müssten gemäß den gesetzlichen Vorschriften zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Xi laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Ministerpräsident Li Qiang kündigte zudem eine verstärkte landesweite Aufsicht über die Arbeitssicherheit sowie Sicherheitsüberprüfungen an. Nach jetzigem Kenntnisstand sind zwei Personen von den Behörden in Gewahrsam genommen worden, darunter der Minenbetreiber. Das Unglück hat sich bereits am Freitagabend in einem Bergwerk im Landkreis Qinyuan ereignet, wie Chinas staatliche Agentur Xinhua berichtete. Während der Explosion sollen sich nach derzeitigem Erkenntnisstand 247 Personen unter Tage befunden haben. Laut chinesischen Berichten sei die Mine im Dreischichtsystem betrieben worden, wobei sich das Unglück während eines Schichtwechsels zugetragen habe. Die Mine besteht laut chinesischen Berichten aus insgesamt sechs Schächten und verfügt über eine Produktionskapazität von 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Sie wurde laut der Staatszeitung The Paper von den örtlichen Behörden als Mine mit «hoher Gasbelastung» eingestuft. Damit ist offenbar ein hoher Gehalt an leicht entzündlichem Methan gemeint, das sich in Kohleminen ansammeln kann. Ob die Einstufung der Behörden konkrete Sicherheitsauflagen zur Folge hatte, ist unklar. Die Provinz Shanxi gilt als einer der Zentren für die chinesische Kohleindustrie. Auch wenn China in den letzten Jahren verstärkt auf erneuerbare Energien setzt, deckt Kohle nach wie vor etwas mehr als die Hälfte des Gesamtenergieverbrauchs des Landes. Die Kohleindustrie in Shanxi ist für ihre mangelhaften Sicherheitsstandards berüchtigt. In der Vergangenheit kam es in China immer wieder zu schwerwiegenden Unfällen mit vielen Toten, auch wenn sich die Umsetzung der Sicherheitsstandards in den letzten Jahren spürbar verbessert hat. Das aktuelle Grubenunglück ist das verheerendste in China seit 2009, als bei einer Explosion in einer Kohlemine in der Provinz Heilongjiang nahe der russischen Grenze 108 Menschen starben. Das letzte größere Minenunglück in China ereignete sich Anfang 2023. Bei einem Mineneinsturz in der Inneren Mongolei kamen laut Angaben chinesischer Staatsmedien 53 Menschen ums Leben. In dessen Folge führte die Zentralregierung in Peking strengere Sicherheitsauflagen für den Kohlebergbau ein.Staatschef Xi Jinping fordert Untersuchung
Chinas Kohleindustrie ist für ihre mangelhaften Sicherheitsstandards berüchtigt
Zuletzt kamen bei einem Minenunglück 2009 über 100 Menschen ums Leben
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Mindestens 90 Menschen sterben bei Minenunglück in China
Nach einer Gasexplosion ereignet sich das tödlichste Minenunglück Chinas seit über 16 Jahren. Die Rettungsarbeiten dauern weiter an.
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