Seit Ende März hat niemand beim Lotto-Spiel «6 aus 49» die sechs richtigen Gewinnzahlen plus Superzahl getippt - ein Rekord. Nun wurde der Lotto-Jackpot mit der Maximalhöhe von 50 Millionen Euro in Thüringen geknackt. Das sagte ein Sprecher der Bremer Toto und Lotto GmbH der dpa. Nach Angaben der Thüringer Staatslotterie tippte eine Einzelperson bei der jüngsten Ziehung am vergangenen Samstag beim Spiel «6aus49» die sechs richtigen Gewinnzahlen plus Superzahl. Es gab jedoch keine Angaben zum Geschlecht oder Alter des Glückspilzes. Die richtigen Zahlen zum Millionen-Gewinn lauteten 7 - 13 - 24 - 26 - 32 - 45 sowie die passende Superzahl 5. Laut Thüringer Staatslotterie konnte sich noch nie zuvor jemand aus Thüringen über einen derart hohen Gewinn freuen. Demnach wurde der gewinnbringende Tippschein in einer Annahmestelle im Raum Mittelthüringen abgegeben. Seit dem Start der Lotterie im Oktober 1955 hat es noch nie so lange gedauert, bis die sechs Richtigen plus Superzahl getippt wurden. Zuletzt gewann am 25. März 2026 eine Person aus Bayern den Jackpot. Beim Spiel «6 aus 49» sind 50 Millionen Euro gesetzlich als Obergrenze festgelegt. Bei einer längeren Phase ohne Gewinnerin oder Gewinner erhöht sich der nächste Einstiegs-Jackpot. Wegen der langen Zeitspanne ohne Hauptgewinn waren jüngst mehr als 121 Millionen Euro im Topf. Damit startet auch der folgende Jackpot direkt mit der Maximalsumme von 50 Millionen Euro. Das gab es in der deutschen Lottogeschichte noch nie - seit über 70 Jahren. Die Gewinnwahrscheinlichkeit beim klassischen Lotto «6 aus 49» liegt bei 1 zu 140 Millionen. Hohe Summen im Jackpot seien für viele Menschen ein Anreiz, Lotto zu spielen, sagte die Sprecherin von Lotto Bremen, Bianca König. Lotto Bremen hat derzeit die Federführung im Deutschen Lotto- und Totoblock. Sie verwies darauf, dass es ein Geschäft mit dem Zufall sei. Man könne nie wissen, wie lange es bis zu einem Hauptgewinn dauere. Dass derzeit besonders viele Menschen Lotto spielen, bringt dem Einzelnen keinen Vorteil. «Die Wahrscheinlichkeit, einen hohen Jackpot für sich alleine zu gewinnen, verringert sich sogar, wenn mehr Menschen an einer Verlosung teilnehmen», sagte Steffen Otterbach, der die Forschungsstelle Glücksspiel der Uni Hohenheim in Baden-Württemberg leitet, Ende Juli. Menschen neigen demnach dazu, Wahrscheinlichkeiten verzerrt wahrzunehmen. Sie überschätzen sehr kleine Wahrscheinlichkeiten. Mittlere und hohe Wahrscheinlichkeiten werden dem Experten zufolge eher unterschätzt. Die Wissenschaft nutzt anschauliche Vergleiche, um extrem geringe Wahrscheinlichkeiten wie einen Hauptgewinn im Lotto zu verdeutlichen: Niemand würde behaupten, dass es wahrscheinlich ist, mit verbundenen Augen den einzigen rot gefärbten Grashalm auf einem Fußballfeld mit rund 140 Millionen grünen Halmen zu finden. Wohl jeder Lottospieler würde zugeben, dass die eigene Hand eher einen der grünen Halme zu fassen bekäme. Den Jackpot im klassischen Lotto oder im Eurojackpot zu knacken, ist genauso (un-)wahrscheinlich, wie blind den roten Halm zu greifen. Lotto ist ein Glücksspiel und Glücksspiele können süchtig machen. Zudem besteht die Gefahr, dass Spielerinnen und Spieler mehr ausgeben als ihnen eigentlich finanziell möglich ist. «Jedes Glücksspiel hat ein Risiko», sagte Verena Küpperbusch, Leiterin der Landesfachstelle Glücksspielsucht Nordrhein-Westfalen in Bielefeld. Beim klassischen Lotto sei es aber vergleichsweise gering. «Das liegt am Zeitfaktor. Sportwetten können live stattfinden. Und rund um die Uhr. Es geht Schlag auf Schlag bei hohem Tempo. Das gibt es beim klassischen Lotto so nicht. Durch den Rhythmus Samstag/Mittwoch wird das entzerrt.» Auch der Wissenschaftler Otterbach sieht ein deutlich höheres Risikopotenzial bei virtuellen Automaten, Live-Sportwetten und illegalen Spielangeboten. Die persönliche Einkommenssituation spielt beim Lotto nach Erkenntnissen der Wissenschaft eine Rolle. Menschen mit geringerem Einkommen und geringerer Bildung geben im Verhältnis zu ihrem Einkommen mehr für Lotto aus als Menschen mit höherem Einkommen, wie Otterbach berichtete. Einkommensschwächere Gruppen tragen demnach anteilig stärker zu den staatlichen Einnahmen aus dem Lotteriespiel bei. Eine mögliche psychologische Erklärung sei, dass Lotterien für einkommensschwächere Menschen eine der wenigen Gelegenheiten für plötzlichen Wohlstandszuwachs versprechen, so der Experte.Tippschein wurde im Raum Mittelthüringen abgegeben
Wie wahrscheinlich ist es, im Lotto zu gewinnen?
Ist Lotto-Spielen gefährlich?
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Lotto-Jackpot von 50 Millionen Euro in Thüringen geknackt
Seit dem Start der Lotterie im Oktober 1955 hat es noch nie so lange gedauert, bis die sechs Richtigen plus Superzahl getippt wurden. In Thüringen wurde der Jackpot nun geknackt.
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