3. Juli 2024 / Aus aller Welt

Indien: Zahl der Toten steigt nach Massenpanik auf über 120

Babyflaschen und verschmutzte Kleidung liegen im Schlamm. In Indien hatte ein Guru zu einem religiösen Fest gerufen. Nun sind Dutzende Menschen tot, vor allem Frauen. Auch Kinder sind unter den Toten.

Ein Mann umarmt einen Angehörigen, nachdem seine Schwester Opfer der Massenpanik wurde.
Veröffentlicht am 3. Juli 2024 um 10:33 Uhr

Nach der Massenpanik bei einer religiösen Versammlung in Indien steigt die Zahl der Toten weiter. Mindestens 121 Menschen - darunter mehr als 100 Frauen - sind offiziellen Angaben zufolge ums Leben gekommen. Auch mindestens sieben tote Kinder seien unter den Opfern. In den Krankenhäusern werden nach Angaben der örtlichen Regierung noch immer 35 Schwerverletzte behandelt. 

Schätzungen zufolge waren 150.000 Menschen dem Ruf eines selbst ernannten Gurus gefolgt. Die Gläubigen hatten sich am Dienstag im Norden Indiens zu Gebeten und einer Predigt versammelt, im Bezirk Hathras im Bundesstaat Uttar Pradesh. Es seien deutlich mehr Anhänger als erwartet gekommen, sagte die Polizei laut indischen Medien.

Zahlreiche Opfer erstickt

Augenzeugen der Massenpanik berichteten, Menschen seien plötzlich aus einem überfüllten Zelt gestürmt, nachdem der Guru die Veranstaltung verlassen habe. Viele seien im dichten Gedränge ausgerutscht und übereinander in einen schlammigen Graben gefallen. Zahlreiche Opfer seien erstickt oder niedergetrampelt worden, teilte ein Beamter der örtlichen Verwaltung mit. 

Ermittlungen laufen derzeit, sagte ein Sprecher der örtlichen Regierung. Die Polizei fahnde auch nach Guru Bhole Baba. Am Tag nach der Massenpanik waren auf Fotos Ermittler und Spürhunde auf dem schlammigen Feld der Veranstaltung zu sehen. Ihre Arbeit wurde durch heftigen Regen erschwert. Bilder zeigten auch trauernde Angehörige.

Unfälle bei religiösen Veranstaltungen sind in Indien keine Seltenheit, weil sich dabei oft große Menschenmengen auf engem Raum, auf schmalen Wegen oder Brücken versammeln. Bei einer Massenpanik bei einem religiösen Festival in Madhya Pradesh kamen 2013 mehr als 100 Menschen ums Leben.

 


Bildnachweis: © Rajesh Kumar Singh/AP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Kinderrechtefest 2026 im Südpark: Gemeinsam für die Rechte der Kinder
Kinder & Familie

Mehr als 60 Einrichtungen und Organisationen beteiligen sich mit kostenfreien Mitmachaktionen sowie Spiel-, Sport- und Kreativangeboten.

weiterlesen...
Fünftes naturkundliches Ehrenamtsforum
Bildung & Wissenschaft

Naturforschung im LWL-Museum für Naturkunde erleben

weiterlesen...
Coesfeld: 36-Jährige tödlich verletzt
Polizeimeldungen

Tatverdächtiger 43-jähriger Ehemann festgenommen / Polizei Münster richtet Mordkommission ein

weiterlesen...

Neueste Artikel

Eurojackpot: 120 Millionen Euro gehen nach NRW
Aus aller Welt

Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Tatsächlich wurde der richtige Tipp in Deutschland abgegeben.

weiterlesen...
Mord an Rapper Tupac Shakur: 40 Jahre Haft für Drahtzieher
Aus aller Welt

Der Mord an dem Rapper Tupac Shakur schockierte 1996 die Öffentlichkeit. Erst 30 Jahre später kam es zum Prozess mit einem Schuldspruch. Jetzt verhängt eine Richterin eine lange Haftstrafe.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Eurojackpot: 120 Millionen Euro gehen nach NRW
Aus aller Welt

Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Tatsächlich wurde der richtige Tipp in Deutschland abgegeben.

weiterlesen...
Mord an Rapper Tupac Shakur: 40 Jahre Haft für Drahtzieher
Aus aller Welt

Der Mord an dem Rapper Tupac Shakur schockierte 1996 die Öffentlichkeit. Erst 30 Jahre später kam es zum Prozess mit einem Schuldspruch. Jetzt verhängt eine Richterin eine lange Haftstrafe.

weiterlesen...