Seit mehr als einem halben Jahrhundert kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) bereits die «Wörter des Jahres» - heute ist es wieder so weit. In Wiesbaden verkündet sie zehn Begriffe und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Die Begriffe waren von der Jury in diesem Jahr aus mehr als 2000 Belegen gewählt worden. Die Vorschläge stammen aus verschiedenen Medien, zudem kann jeder Begriffe einsenden. «Für die Auswahl der "Wörter des Jahres" entscheidend ist dabei nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz und Popularität», erläuterte die GfdS. Die ausgewählten Wörter und Wendungen seien mit keiner Wertung oder Empfehlung verbunden. 2023 war «Krisenmodus» auf Platz eins gelandet. Die GfdS verwies dabei etwa auf den Überfall Russlands auf die Ukraine, die Energiekrise, die Bildungsmisere und den Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel. Auf den beiden folgenden Plätzen der Wörter-Zehnerliste landeten 2023 «Antisemitismus» und «leseunfähig». Die GfdS ist eine politisch unabhängige Vereinigung zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache mit Sitz in Wiesbaden. Die rund zehnköpfige Jury setzt sich aus Sprachwissenschaftlern, Medienexperten und dem Hauptvorstand der Gesellschaft zusammen. Das «Wort des Jahres» wurde von der GfdS erstmals 1971 und seit 1977 regelmäßig gekürt. Die Liste soll nach ihren Angaben den sprachlichen Nerv eines bald endenden Jahres treffen und so einen besonderen Beitrag zur Zeitgeschichte liefern. Das erste ausgewählte Schlüsselwort lautete vor 53 Jahren «aufmüpfig». Schon damals war auch das Wort «Umweltschutz», ebenso aber die Wendung «heiße Höschen» auf der Liste vertreten. In den folgenden Jahrzehnten wurden unter anderem «Rasterfahndung» (1980), «Besserwessi» (1991), «Teuro» (2002), «Bundeskanzlerin» (2005), «GroKo» (2013) oder «Zeitenwende» (2022) zum «Wort des Jahres» bestimmt.«Krisenmodus» war 2023 «Wort des Jahres»
«Heiße Höschen» 1971
Bildnachweis: © picture alliance / Susann Prautsch/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Heute wird das «Wort des Jahres» verkündet
Was haben «Krisenmodus», «Teuro» und «heiße Höschen» gemeinsam? Alle drei Begriffe hat die Gesellschaft für deutsche Sprache schon zu «Wörtern des Jahres» gekürt. Nun blickt sie auf 2024.
Meistgelesene Artikel
- 16. September 2026
Kinderrechtefest 2026 im Südpark: Gemeinsam für die Rechte der Kinder
Mehr als 60 Einrichtungen und Organisationen beteiligen sich mit kostenfreien Mitmachaktionen sowie Spiel-, Sport- und Kreativangeboten.
- 16. September 2026
Fünftes naturkundliches Ehrenamtsforum
Naturforschung im LWL-Museum für Naturkunde erleben
- 24. September 2026
Coesfeld: 36-Jährige tödlich verletzt
Tatverdächtiger 43-jähriger Ehemann festgenommen / Polizei Münster richtet Mordkommission ein
Neueste Artikel
- 16. Oktober 2026
Was vier Riesenspiegel auf der Insel La Palma suchen
Ein Fehlalarm bei der Suche nach verbotenen Atomtests führte Wissenschaftler zu einem Signal aus dem All. Auf La Palma fangen nun vier riesige Spiegel ein schwaches blaues Leuchten ein. Was verrät es?
- 16. Oktober 2026
«Saggen» - Die Hose hängt wieder auf halbmast
Sie sind wieder da: die tief sitzenden Hosen – und manchmal blitzt sogar der Bund der Unterhose hervor. Erklärungsversuch eines wiederentdeckten Jugendtrends.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. Oktober 2026
Was vier Riesenspiegel auf der Insel La Palma suchen
Ein Fehlalarm bei der Suche nach verbotenen Atomtests führte Wissenschaftler zu einem Signal aus dem All. Auf La Palma fangen nun vier riesige Spiegel ein schwaches blaues Leuchten ein. Was verrät es?
- 16. Oktober 2026
«Saggen» - Die Hose hängt wieder auf halbmast
Sie sind wieder da: die tief sitzenden Hosen – und manchmal blitzt sogar der Bund der Unterhose hervor. Erklärungsversuch eines wiederentdeckten Jugendtrends.












