27. August 2026 / Aus aller Welt

Ermittler fälscht bei Vermisstenfällen und löst Skandal aus

Ein Polizist in Südkorea soll mehrere Vermisstenfälle vorzeitig geschlossen haben – zwei der Betroffenen wurden später tot aufgefunden. Jetzt fordert die Regierung Konsequenzen.

Die 37-jährige Jang Mi Ran wurde im Mai auf Jeju als vermisst gemeldet. Der zuständige Polizist gab fälschlich an, mit ihr telefoniert zu haben. Später wurde sie an diesem Fundort tot au...
Veröffentlicht am 27. August 2026 um 09:47 Uhr

Mehrere Vermisstenfälle soll ein südkoreanischer Polizist fälschlich und mit fatalen Folgen geschlossen haben - als Reaktion fordert Ministerpräsidentin Han Seong Sook eine grundlegende Polizeireform. Die nationale Polizeibehörde kündigte nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap an, sämtliche der rund 310.000 Vermisstenfälle, die in den vergangenen drei Jahren abgeschlossen wurden, erneut zu überprüfen.

Hintergrund ist ein Polizeiskandal, der die südkoreanische Öffentlichkeit seit Tagen schockiert. Ein mittlerweile verhafteter Polizist auf Jeju soll mindestens zwei Vermisstenfälle vorzeitig beendet haben. In beiden Fällen wurden die Vermissten später tot aufgefunden.

Der Polizist hatte insgesamt 298 Vermisstenfälle bearbeitet

Besonders schwer wiegt der Fall einer 37-jährigen Frau, die im Mai als vermisst gemeldet worden war. Der Beamte hatte angegeben, mit ihr telefoniert und ihre Sicherheit überprüft zu haben. Ermittler fanden jedoch weder auf dem Mobiltelefon der Frau noch auf dem des Polizisten einen entsprechenden Anruf.

Auch die Suche nach einem vermissten Mann in seinen 60ern soll der Beamte Anfang Juli beendet haben. Er begründete dies damit, dass sich der Mann nicht mit der Polizei habe treffen wollen. Der Mann wurde später ebenfalls tot aufgefunden.

Der Fall löste eine landesweite Debatte über die Kontrolle der Polizeiarbeit aus. Besonders schockiert die Öffentlichkeit, dass das mutmaßliche Fehlverhalten des Polizisten offenbar unbemerkt bleiben konnte. Der Beamte hatte insgesamt 298 Vermisstenfälle bearbeitet. Die Polizei überprüft deshalb sämtliche von ihm bearbeiteten Fälle auf mögliche weitere vorzeitige Abschlüsse - laut Medienberichten gibt es zehn Verdachtsfälle.


Bildnachweis: © --/YNA/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Kinderrechtefest 2026 im Südpark: Gemeinsam für die Rechte der Kinder
Kinder & Familie

Mehr als 60 Einrichtungen und Organisationen beteiligen sich mit kostenfreien Mitmachaktionen sowie Spiel-, Sport- und Kreativangeboten.

weiterlesen...
Fünftes naturkundliches Ehrenamtsforum
Bildung & Wissenschaft

Naturforschung im LWL-Museum für Naturkunde erleben

weiterlesen...
Coesfeld: 36-Jährige tödlich verletzt
Polizeimeldungen

Tatverdächtiger 43-jähriger Ehemann festgenommen / Polizei Münster richtet Mordkommission ein

weiterlesen...

Neueste Artikel

Was vier Riesenspiegel auf der Insel La Palma suchen
Aus aller Welt

Ein Fehlalarm bei der Suche nach verbotenen Atomtests führte Wissenschaftler zu einem Signal aus dem All. Auf La Palma fangen nun vier riesige Spiegel ein schwaches blaues Leuchten ein. Was verrät es?

weiterlesen...
«Saggen» - Die Hose hängt wieder auf halbmast
Aus aller Welt

Sie sind wieder da: die tief sitzenden Hosen – und manchmal blitzt sogar der Bund der Unterhose hervor. Erklärungsversuch eines wiederentdeckten Jugendtrends.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Was vier Riesenspiegel auf der Insel La Palma suchen
Aus aller Welt

Ein Fehlalarm bei der Suche nach verbotenen Atomtests führte Wissenschaftler zu einem Signal aus dem All. Auf La Palma fangen nun vier riesige Spiegel ein schwaches blaues Leuchten ein. Was verrät es?

weiterlesen...
«Saggen» - Die Hose hängt wieder auf halbmast
Aus aller Welt

Sie sind wieder da: die tief sitzenden Hosen – und manchmal blitzt sogar der Bund der Unterhose hervor. Erklärungsversuch eines wiederentdeckten Jugendtrends.

weiterlesen...