14. Februar 2026 / Aus aller Welt

Disney geht nach neuem KI-Videomodell gegen Bytedance vor

Ein per KI generiertes Video, das Tom Cruise und Brad Pitt in einem Kampf zeigt, alarmierte Hollywood. Dann folgten weitere Clips. Der Disney-Konzern will nun seine populären Figuren schützen.

Disney wehrt sich dagegen, dass Figuren des Konzerns in einer neuen KI-Videosoftware vom Tiktok-Besitzer Bytedance auftauchen. (Archivbild)

Hollywood geht gegen eine neue KI-Software des Tiktok-Eigentümers Bytedance vor, die realistische Videoclips erzeugen kann. Der Unterhaltungsriese Disney schickte Bytedance wegen des KI-Modells Seedance 2.0 ein Unterlassungsschreiben. Der Konzern verwies dabei darauf, dass in den per KI erzeugten Clips unerlaubt Figuren etwa aus «Star Wars» und dem Marvel-Superhelden-Universum vorkamen, wie in Branchenkreisen nach einem Bericht der Website «Axios» bestätigt wurde.

Seedance 2.0 hatte diese Woche zunächst mit einem per KI erzeugten Video, das Hollywood-Superstars Tom Cruise und Brad Pitt im Kampf auf einem Hausdach zeigt, die US-Filmbranche aufgeschreckt. Der Chef des Branchenverbandes Motion Picture Association (MPA), Charles Rivkin, forderte Bytedance auf, Urheberrechte zu wahren.

Immer bessere KI-Videosoftware

Der in China ansässige Bytedance-Konzern hatte erst vor Kurzem das US-Geschäft von Tiktok an neue Investoren abgegeben - die Kontrolle über die Video-App im Rest der Welt aber behalten.

KI, die Videos aus Text-Vorgaben generieren kann, ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden. So brachte der ChatGPT-Entwickler OpenAI im vergangenen Jahr mit Sora 2 eine Software heraus, bei der sich Nutzer nach einem kurzen Scan mit dem Smartphone auch selbst in kurze Videoclips einbauen können.

Disney gewährte OpenAI eine Lizenz zur Nutzung der Figuren des Konzerns in den Sora-Videos und investierte eine Milliarde Dollar in die KI-Firma. Gegen andere Entwickler gingen Disney und weitere Hollywood-Konzerne rechtlich vor.

Netflix zeigt keine Angst vor KI

In der Branche gibt es insgesamt die Sorge, dass KI menschliche Kreativität verdrängen könnte, zum Beispiel da es billiger wird, Szenen am Computer zu generieren als sie zu drehen. Netflix-Inhaltechefin Bela Bajaria gibt sich jedoch betont unbesorgt. Auch wenn der Clip mit Cruise und Pitt eine «coole Actionszene» gewesen sei - «es ist nicht wirklich das, was Leute mit Geschichten verbindet», sagte sie dem Fernsehsender CNBC. Emotionen und die Kunst des Geschichtenerzählens könne man nicht ersetzen. 

Für Netflix wiederum werde es «nie darum gehen, etwas billiger zu machen», versicherte die Managerin des Streaming-Riesen. Bei dem Dienst wurde KI bisher punktuell in einigen Produktionen eingesetzt. Netflix ist gerade im Übernahmekampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers mit dem Rivalen Paramount.


Bildnachweis: © Richard Drew/AP/dpa
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