21. November 2022 / Aus aller Welt

Asiatische Tigermücke breitet sich am Oberrhein weiter aus

Sie kann theoretisch Tropenkrankheiten wie Chikungunya oder Denguefieber übertragen: Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Vor allem der Oberrhein ist betroffen.

Aktuell werden Tigermücken aus 21 Städten und Gemeinden am Oberrhein gemeldet.

Die Asiatische Tigermücke hat sich nach Angaben der Stechmückenbekämpfer am Oberrhein im vergangenen Jahr in der Region deutlich ausgebreitet. «Die heißen Sommermonate haben die Verbreitung der Mücke deutlich begünstigt», sagte Xenia Augsten von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer in einer Bilanz für 2022. «Dieses Jahr konnten sich sechs Generationen des aggressiven Exoten zum Fluginsekt entwickeln – zwei mehr als im Vorjahr.» Die Trockenheit habe den Tigermücken nicht geschadet. «Sie fanden genug Brutmöglichkeiten etwa im Straßengully.»

Hier breitet sich die Tigermücke besonders aus

Aktuell sei der lästige Blutsauger aus 21 Städten und Gemeinden im Mitgliedsbereich beiderseits des Rheins gemeldet, sagte Augsten. «In 16 davon wurde eine etablierte Population nachgewiesen. Diese Zahl hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.» In elf Städten und Gemeinden, etwa in Wiesbaden und Kehl, sei die Tigermücke bekämpft worden. «Das ist keine hoffnungslose Sisyphusarbeit. Unter anderem im Rhein-Taunus-Kreis oder im Kreis Karlsruhe war der personalintensive Einsatz erfolgreich», sagte die Kabs-Sprecherin.

Allerdings habe die Kabs im Spätsommer erkannt, dass sie personell an ihre Leistungsgrenze gekommen sei. «Wäre 2022 ähnlich hochwasserreich ausgefallen wie 2021, wäre die Tigermückenbekämpfung in diesem Umfang nicht zu leisten gewesen», räumte Augsten ein. Der Kampf gegen die Tigermücke sei wichtig. «Immer heißere Sommer infolge der Klimaerwärmung erhöhen das Risiko, dass auch in Deutschland die Tropenkrankheiten Chikungunya oder Denguefieber auftreten. Noch ist das Risiko gering - jedoch sollte es keinesfalls unterschätzt werden, wenn sich die Asiatische Tigermücke weiterverbreitet.»

2022 gab es generell weniger Mücken

Mit Blick auf 2021 und 2022 sprach Augsten von «Jahren der Gegensätze». «Die starken Niederschläge 2021 führten zu einem hohen Aufkommen einheimischer Stechmückenarten. 2022 hingegen gab es für die Kabs in den Auen kaum etwas zu tun, denn der niederschlagsarme Sommer ließ eine massenhafte Entwicklung der Rheinschnaken nicht zu.»

Die Kombination aus trockenen Brutstätten und erfolgreichen Bekämpfungseinsätzen habe den Rheinanliegern einen nahezu stechmückenfreien Sommer beschert. In der Kabs sind mehr als 90 Kommunen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen vereint.


Picture credit: © Uwe Anspach/dpa
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