22. November 2025 / Aus aller Welt

303 Kinder aus katholischer Schule in Nigeria entführt

Erneut werden Hunderte Kinder in Nigeria verschleppt – diesmal trifft es eine katholische Schule im Westen des Landes. Das Schicksal der teils sehr jungen Schülerinnen und Schüler ist unklar.

Sowohl kriminelle Banden als auch Terrormilizen entführen immer wieder Schulkinder in Nigeria. (Archivbild)
Veröffentlicht am 22. November 2025 um 14:23 Uhr

Mehr als 300 Kinder und Jugendliche sind im Norden Nigerias aus einer katholischen Schule entführt worden. Nach Angaben der Christlichen Vereinigung Nigerias (CAN) wurden insgesamt 303 Schülerinnen und Schüler, darunter sehr junge Kinder, sowie 12 Lehrkräfte aus einem Internat im Dorf Papiri im Bundesstaat Niger verschleppt. Bewaffnete Männer hatten die Schule demnach am frühen Freitagmorgen überfallen.

Die entführten Kinder machten rund die Hälfte der gesamten Schülerschaft aus, wie die örtliche Abteilung des CAN im Bundesstaat Niger mitteilte. Die katholische Schule zählt demnach 629 Kinder und Jugendliche, darunter 430 Grundschulkinder und 199 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe.

Zweite Massenentführung von Schulkindern binnen einer Woche

Bislang hat keine Gruppe die Tat für sich reklamiert. CAN sprach von «mutmaßlichen Terroristen». Erst wenige Tage zuvor hatten Bewaffnete im benachbarten Bundesstaat Kebbi 25 Schülerinnen aus einem staatlichen Internat entführt.

Im Norden und Zentrum des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas mit mehr als 220 Millionen Einwohnern entführen sowohl kriminelle Banden als auch islamistische Terrorgruppen immer wieder Menschen. Die schwerste Entführung dieser Art war 2014 der Angriff auf eine Mädchenschule im Ort Chibok, bei dem die islamistische Miliz Boko Haram 276 Schülerinnen verschleppte. 82 der Mädchen werden bis heute vermisst.

Boko Haram und andere dschihadistische Gruppen, die eine gewaltsame Kampagne zur Einführung einer strengen islamischen Herrschaft in Nigeria führen, wollen mit den Entführungen meist politische Forderungen stellen. Den Banden geht es dagegen meistens darum, Lösegeld zu erpressen oder die Freilassung ihrer inhaftierten Mitglieder zu erreichen.


Bildnachweis: © Sunday Alamba/AP/dpa
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