13. Mai 2026 / Bildung & Wissenschaft

Moderne Technik für das LWL-Planetarium

Neue Projektion bringt das Universum noch besser zur Geltung

Foto (Thomas Fischinger): v.re. Dr. Georg Lunemann, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und Dr. Tobias Jogler freuen sich über die Wiedereröffnung des LWL-Planetariums mit modernster Projektionstechnik.
 

Das Planetarium im LWL-Museum für Naturkunde in Münster öffnet ab Donnerstag (14.5.) wieder seine Türen. Nach gut drei Wochen Umbauzeit soll die umfassende technische Erneuerung den Besuchenden ein noch intensiveres Erlebnis bieten. Die knapp 2,4 Millionen Euro teure Investition des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) soll mindestens acht Jahre halten. Nach Aussage der Fachleute besitzt das LWL-Planetarium nun wieder eines der besten Projektionssysteme weltweit. Jedes Jahr besuchen über 130.000 Menschen das Planetarium, 2023 sogar über 190.000.

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Erste Auszüge aus den kommenden Programmen des LWL-Planetariums

"Mit dieser Investition sichern wir unser Planetarium als einen wichtigen Ort der Wissensvermittlung und der Begeisterung für Naturwissenschaften", sagt der Direktor des LWL, Dr. Georg Lunemann. "Wir schicken zwar keine Menschen zum Mars, aber wir holen die Planeten zum Publikum. Das LWL-Planetarium gehört zu den schönsten in Deutschland - und das soll auch so bleiben. Die eigentliche Verbesserung findet dort statt, wo sie am wichtigsten ist: im Bild."

Im Mittelpunkt steht das sogenannte Fulldome-Projektionssystem. Zehn moderne 4K-Laserprojektoren, elf leistungsstarke Hochleistungsrechner sowie eine aktuelle Planetariumssoftware ("Digistar 2026") sorgen künftig für eine Darstellung auf dem jüngsten Stand der Technik. Auch die Systemsteuerung, etwa für Licht und Ablauf, ist neu.

Was das Publikum merken wird, ist die Bildqualität: Zwar bleibt die Auflösung auf dem bereits zuvor sehr hohen Niveau, doch Helligkeit und Farbdarstellung verbessern sich erheblich: Die Projektion ist nun etwa doppelt so hell. Gleichzeitig ermöglicht ein erweiterter Farbraum deutlich feinere Abstufungen und realistischere Darstellungen - von fernen Galaxien bis hin zu atmosphärischen Landschaftsszenen auf der Erde.

"Das Planetarium ist ein zentraler Baustein unserer Bildungsarbeit. Mit der neuen Technik können wir wissenschaftliche Inhalte nicht nur aktueller, sondern auch deutlich anschaulicher vermitteln", sagt die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Notwendig geworden war die Modernisierung vor allem durch das Alter der bisherigen Technik. Die Projektoren hatten nach sieben Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, einzelne Geräte zeigten bereits nicht mehr reparierbare Bildfehler. Auch die eingesetzten Rechner waren teilweise bis zu zehn Jahre alt.

"Ohne diese Investition hätte das Planetarium den Betrieb irgendwann einstellen müssen", ergänzt der LWL-Chefastronom, Dr. Tobias Jogler. "Die Besucherinnen und Besucher werden das Gefühl haben, noch stärker mitten im Geschehen zu sein. Die gesteigerte Bildqualität erhöht die sogenannte Immersion spürbar."

Auch inhaltlich bietet die neue Technik Vorteile: Durch die aktuelle Software können neue Datensätze dargestellt werden, die vorher einfach zu groß und komplex waren. "Viele Inhalte wie beispielsweise unsere Heimatgalaxie werden jetzt auf dem aktuellen Stand der Forschung dargestellt. Das ermöglicht präzisere und realitätsnähere Darstellungen des Universums", erklärt Jogler.

Ab dem 14. Mai können Besucherinnen und Besucher die neue Generation der Himmelsprojektion erstmals selbst erleben. Für die Wiedereröffnung zeigt das LWL-Planetarium um 10, 11, 12, 14, 15, 16 und 17 Uhr Shows. Die Show um 17 Uhr "Unterwegs in der Milchstraße" (Altersempfehlung ab 10 Jahre) wurde für die Wiedereröffnung des Planetariums ins Programm aufgenommen und wird an diesem Tag erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

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