20. Februar 2025 / Natur & Umwelt

Messwerte sollen Lüntener Wald als "Klima- und Biodiversitätsgebiet" ausweisen

LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb baut dafür einen 30 Meter hohen Messturm

Foto (LWL/BLB): Im Lüntener Wald soll mit regelmäßigen Messungen der CO2-Austausch zwischen Wald und Atmosphäre untersucht werden. Dafür baut der LWL-BLB eigens einen 30 Meter hohen Messturm.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) besitzt mit über 600 Hektar Mischwald seinen größten Anteil der Forstflächen im Kreis Borken. Im Naturschutzgebiet "Lüntener Wald" wird nun in Kürze ein 30 Meter hoher Turm errichtet, um mit modernster Technik oberhalb der Baumkronen sogenannte "Kohlenstoff-Flussmessungen" durchführen zu können. Mit diesen Messungen soll der CO2-Austausch zwischen Wald und Atmosphäre bei der geplanten Wiedervernässung des Lüntener Waldes überprüft und dokumentiert werden.

"Ziel der Wiedervernässung, mit der in diesem Jahr begonnen werden soll, ist es, die künstlich entwässerten Wälder in standortgerechte Moorwälder umzuwandeln", erläutert Urs Frigger, Dezernent des LWL-Bau-und Liegenschaftsbetriebes (LWL-BLB). Durch eine Aufstauung der Entwässerungsgräben soll möglichst die maximal umzuwandelnde Fläche vernässt werden, ohne aber dabei Flächen Dritter oder öffentlicher Wege zu beeinträchtigen. Im Augenblick werden hierzu unterschiedliche Aufstau-Modelle zusammen mit dem LWL-Naturkundemuseum und Fachleuten untersucht sowie mit der Bewilligungsbehörde des Kreises Borken abgestimmt, um nach Möglichkeit die Auswirkungen auf die Umwelt und den angrenzenden Bereichen möglichst genau vorhersagen und Nachteile ausschließen zu können.

"Mit diesem Leuchtturmprojekt beabsichtigt der LWL einen Beitrag zu den gesteckten Klimaschutzzielen und zur Fixierung von Kohlendioxid in organischen und dauernassen Moorwaldböden zu erreichen und zu einer deutlichen Verringerung des CO2-Ausstoßes zu kommen", führt Matthias Gundler, Betriebsleiter des LWL-BLB, aus und ergänzt: "Diese Forschungsarbeit ist umso wichtiger, da bisher für derartige Projekte so gut wie keine Grundlagen vorliegen und somit über den tatsächlich CO2-Austausch wenig bekannt ist".

Die Messungen werden durch Forschende des Instituts für Landschaftsökologie der Universität Münster durchgeführt. Zusammen mit dem LWL wird die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Mana Gharun die Ergebnisse später im Rahmen internationaler Fachpublikationen bekannt machen und Aussagen zu den tatsächlichen Einspar- bzw. CO2-Bindungen im Moorbruchwald geben können.

"Der Gerüstturm, der nun die nächsten Jahre diese Messungen ermöglicht, besteht aus Elementen, wie sie auch im konventionellen Gerüstbau verwendet werden. Der Standort im Wald, die Konstruktion und der Betrieb des Turmes sind so gewählt", betont Matthias Gundler, "dass Störungen im Sinne des Naturschutzes weitestgehend minimiert werden können." So befinde sich der Turm z.B. außerhalb von Zugschneisen von Enten und Gänsen, die im dortigen Bereich rasten bzw. den Bereich in diesen Höhen überfliegen. "Auch die Belange des Vogel- und Fledermausschutzes sind berücksichtigt worden", so Gundler. Die Aufstellung des Turmes ist je nach Witterung noch im Februar vorgesehen.

Meistgelesene Artikel

Themenabend „Skandal im Dombezirk“ im Stadtarchiv Münster
Bildung & Wissenschaft

Veranstaltung zeichnet Rechtskonflikte zwischen Stadt und Kirche im frühneuzeitlichen Münster nach

weiterlesen...
71 Osterfeuerfeuer in Münster angemeldet
Genuss & Lifestyle

Nur Feuer zur Brauchtumspflege erlaubt

weiterlesen...

Neueste Artikel

Florida ermittelt gegen OpenAI nach Waffen-Attacke an Uni
Aus aller Welt

Ein Angreifer, der zwei Menschen auf einem Uni-Gelände in Florida tötete, ließ sich zuvor laut Ermittlern von ChatGPT beraten. Staatsanwälte fordern nun mehr Informationen von der Entwicklerfirma.

weiterlesen...
Abschied von Mario Adorf in München, Grab an der Riviera
Aus aller Welt

Mario Adorf gehörte über Jahrzehnte zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielern. Nach dem Tod des 95-Jährigen wird es in zwei Ländern Trauerfeiern geben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Stadt Münster lässt Fische aus Aasee entnehmen
Natur & Umwelt

Höherer Anteil an Raubfischen soll ökologisches Gleichgewicht herstellen / Intensivbefischung vom 7. bis 20. April

weiterlesen...
Mit Energieeinsparung, Mooren und Baumpflanzungen zum Klimaschutz
Natur & Umwelt

Einrichtungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe unterziehen sich erfolgreich dem EMAS-Überwachungsaudit

weiterlesen...