7. Februar 2024 / Politik

Menschen aus Drogenszene nehmen neue Aufenthaltsfläche am Bremer Platz gut an

Kontrolle und Schutzraum: Stadt und soziale Einrichtungen informieren bei Begrüßungscafé

Bremer Platz

Foto (Stadt Münster/MünsterView): Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Münster und mehrerer sozialer Einrichtungen informierten bei einem Begrüßungscafé über den neuen Aufenthaltsbereich am Bremer Platz für Menschen aus der Drogenszene und über bestehende Angebote im nahen Umfeld. Das Angebot richtete sich an Szenezugehörige. 


Rund vier Wochen nach der Freigabe füllt sich die neue Aufenthaltsfläche für Menschen aus der Drogenszene am Bremer Platz zunehmend mit Leben. Mit einem Begrüßungscafé informierten die Stadt Münster und an dem Prozess beteiligte soziale Einrichtungen am Mittwoch, 7. Februar, Szeneangehörige noch einmal über den neuen Bereich und bestehende Angebote im nahen Umfeld. Die Interimsfläche, die der sogenannten Szene während des Umbaus im südlichen Teil der Grünfläche zur Verfügung stand, ist seit Ende Januar geschlossen und zurückgebaut.

"Die betroffenen Menschen nehmen den neuen Aufenthaltsbereich bereits gut an", sagte Cornelia Wilkens, Sozialdezernentin der Stadt Münster, bei dem Termin. Derzeit halten sich rund 30 bis 40 Personen tagsüber und in den Abendstunden regelmäßig auf dem Platz auf. "Die Fläche bietet den Menschen einerseits einen Schutzraum. Gleichzeitig können wir sie am Platz gezielt über Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter ansprechen und uns darüber austauschen, wo es Potenzial für Verbesserungen gibt."

Regelmäßige Angebote und Beratungen
Für die zukünftige Nutzung planen Stadt und soziale Einrichtungen regelmäßige Angebote und Beratungen für suchtkranke Menschen vor Ort. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Münster, die Johanniter-Unfall-Hilfe sowie der Verein Stützpfeiler e.V. bieten regelmäßig Getränke und Verpflegung vor Ort an. Das benachbarte Drogenhilfezentrum Indro e.V. ist mit der mobilen Spritzenentsorgung am Bremer Platz unterwegs.

Ein neues Projekt des Quartiersmanagements zielt zudem darauf ab, suchtkranke Menschen in Aufräumarbeiten auf dem Bremer Platz einzubinden. Die Arbeitsgemeinschaft Betriebssozialarbeit unterstützt die Stadt dabei mit ihrem Projekt "Tagelöhner", das sich an Menschen in schwierigen Wohn- und Lebenssituationen richtet. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden der mobilen Quartiersarbeit des Sozialamtes werden Szenezugehörige aufgesucht und auf die vielfältigen, bestehenden Unterstützungsangebote hingewiesen.

Sichtschutz und soziale Kontrolle
In enger Abstimmung mit dem Runden Tisch für den Stadtraum Bremer Platz und den sozialen Einrichtungen hatte die Stadtverwaltung die Aufenthaltsfläche in den vergangenen Monaten entwickelt. Der neue Bereich verfügt über Bepflanzungen, Sitzblöcke, neues Pflaster, Wetterschutzsegel sowie eine neue Toilettenanlage mit zwei Hock-WCs. Fast der gesamte Szenebereich ist mit Stahllamellen umgeben, die als Sichtschutz dienen und gleichzeitig soziale Kontrolle ermöglichen.
Aktuell arbeitet die Stadt Münster an der Fertigstellung der gesamten Grünfläche. Erste Teile der Brunnen-Anlage sowie weitere Sitzgelegenheiten direkt gegenüber vom "Hansator" im mittleren Bereich des Bremer Platzes sind bereits erkennbar. Ebenso die Wegeverbindung zur Montessori-Schule. In den kommenden Wochen weitet die Stadt ihre Arbeit auf den südlichen Teil aus.

Hintergrund
Folgende Träger beteiligten sich am Begrüßungscafé: Bischof-Hermann-Stiftung, Caritasverband für die Stadt Münster e.V., Bahnhofsmission, gemeinnützige SKM GmbH, Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), Diakonie Münster e.V., Indro e.V., Sozialpsychiatrischer Dienst (SPDI), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Münster, Johanniter-Unfall-Hilfe, Stützpfeiler e.V., AG Betriebssozialarbeit e.V., Chance e.V. sowie die Drogenhilfe der Stadt Münster.

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