22. Januar 2024 / Kunst & Kultur

Ludwig Meidner in Sonderausstellung "Nudes" im LWL-Museum für Kunst und Kultur

Die Sonderausstellung beleuchtet noch bis Mitte April den historischen Akt, private und moderne Aktdarstellungen sowie surreale Körper

Nudes

Foto (LWL/Ahlbrand-Dornseif): Der "Männliche Akt" von Ludwig Meidner ist noch bis zum 14.4. in der Sonderausstellung "Nudes" im LWL-Museum für Kunst und kultur zu sehen.

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zeigt bis zum Mitte April die Ausstellung "Nudes" in Kooperation mit der Galerie Tate, London. Die Sonderausstellung beleuchtet den historischen Akt, private und moderne Aktdarstellungen sowie surreale Körper und politisch aufgeladene und fragile Darstellungen des menschlichen Körpers. Dabei greift sie Themen wie den männlichen Blick auf den nackten weiblichen Körper und die Frage nach Geschlecht und Identität auf. Einer der Künstler in der Ausstellung ist Ludwig Meidner.

Ludwig Meidner malte im Jahr 1913 das Kunstwerk "Männlicher Akt". Das Bild zeigt einen nackten Mann in offener, liegender Pose. Sein Körper ist dem Betrachter zugewandt, die Beine sind gespreizt und die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Die Darstellung in einer kargen, rot-glühenden Lavalandschaft vermittelt ein Gefühl völliger Ungestörtheit. Seine Augen bleiben geschlossen und der Körper entspannt. 

Die Pose, die er einnimmt, wurde zu seiner Entstehungszeit Anfang des 20. Jahrhunderts kontrovers diskutiert. Eine derart offensive Präsentation von männlicher Nacktheit in Verbindung mit abgewandtem Blick und geschlossenen Augen war zu dieser Zeit noch eher unüblich und wurde mit weiblichen Modellen in Verbindung gebracht. 

Die Darstellung entspricht Meidners expressivem, dynamischem Malstil. Der männliche Akt ist auf der Rückseite eines seiner anderen Werke "Apokalyptische Stadt" zu sehen. Es zeigt eine Stadt, die von Feuern und Bombardierungen heimgesucht wird. 

Hintergrund
"Nudes" ist die dritte Ausstellung, die das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Kooperation mit der "Tate" veranstaltet: "Henry Moore. Impuls für Europa." (2016/17) und der Publikumsmagnet "Turner: Horror and Delight" (2019/20) stehen für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Die 90 Werke stammen unter anderem von Auguste Rodin, Francis Bacon, Zanele Muholi, Marlene Dumas, Pablo Picasso, Alice Neel, Tracey Emin und den Guerrilla Girls und werden mit Kunstwerken aus der Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur von Edvard Munch, August Macke und anderen gezeigt.

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