26. November 2025 / Kunst & Kultur

Leben ohne Menschenrechte?

"Prima leben ohne Menschenrechte" war eine Veranstaltung des Eine-Welt-Forums Münster und public ideas in der Reihe „Menschenrechte“

Foto (Kajo Schukalla): Der Leipziger Schauspieler Eckhard Ischebeck gab dem Text von Thomas Nufer eindrucksvoll Gestalt.


Freundlich verpackt war die Dystopie, die fiktive Rede eines früheren Bürgermeisters einer Partnerstadt Münsters, der charmant die Überflüssigkeit von Menschenrechten wie Frauenrechten und Asylrechten propagierte. Smart trug der Leipziger Schauspieler Eckhard Ischebeck den Text von Thomas Nufer vor und überraschte, erschreckte, schließlich empörte das Publikum am vergangenen Mittwoch im SpecOps. Die Inszenierung „PLOM!“ mit der Bedeutung „Prima Leben Ohne Menschenrechte!“ war eine Veranstaltung des Eine-Welt-Forums Münster und public ideas in der Reihe „Menschenrechte“ des städtischen Beirats für kommunale Entwicklungszusammenarbeit. 

Die Performance spielte mit den Ausfall der Grund- und Menschenrechte und der Umkehrung demokratischer Verhältnisse. In der von Dr. Kajo Schukalla, Menschenrechtsaktivist der Gesellschaft für bedrohte Völker, geführten Diskussion wurden aus dem Publikum aktuelle Bezüge zu rechtsextremen Strömungen und „neue Normalitäten“ als Gefahr für unsere Demokratie angesprochen: Schukalla berichtete über Erfahrungen aus der internationalen Menschenrechtsarbeit und erinnerte daran, dass auch in einigen Ländern von Münsters Partnerstädten bereits Autokraten herrschten und die Zivilgesellschaften stark unter Druck geraten seien. Selbst in bewährten Demokratien wie in Großbritannien und Frankreich seien rechtspopulistische Parteien in starkem Aufwind. Dies gelte auch für Münsters thüringische Partnerstadt Mühlhausen, von der Situation in den USA ganz zu schweigen, auch wenn in Münsters Partnerstadt Fresno (Kalifornien) ganz andere Verhältnisse herrschen würden.

Für das Eine-Welt-Forum machte Co-Vorsitzender Klaus Bösing deutlich, dass eine aktive Zivilgesellschaft für jede Demokratie lebensnotwendig sein. Das EWF ist als Zusammenschluss der entwicklungspolitischen Gruppen der Stadt auch international vernetzt und tritt für Anliegen der Eine-Welt ein. Interessierte sind immer willkommen.eineweltforum-muenster@mailbox.org

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